Verbrannte Millionen

von Thorsten Cöhring am 30. September 2012

Nachdem ich unsere Mannschaft jetzt in 10 Pflichtspielen gesehen habe, steht eines für mich bereits mit Gewissheit fest: Borussia hat ihre historische Chance vertan!

Millionen und Abermillionen Euro wurden für unterdurchschnittliche Spieler verbrannt. Warum?

  1. Dominguez ist, wie Brouwers, ein solider, unauffälliger Abwehrarbeiter – aber bestimmt kein Leader-Typ wie Dante. Wir hätten einen Großteil unserer Transfer-Millionen in einen Abwehr-Organisator von Format stecken müssen. Warum wusste das keiner? Wurde Dominguez nicht ausreichend beobachtet und analysiert?
  2. Es fehlt ein adäquater Partner für Nordveidt als “Staubsauger” im defensiven Mittelfeld. Ich hatte mir erhofft, dass Xhaka diese Rolle spielen kann, aber ihm fehlt die Grundschnelligkeit für die Bundesliga. Warum wusste das keiner? Wurde Xhaka nicht ausreichend beobachtet und analysiert?
  3. Was wir ganz bestimmt nicht gebraucht haben, war ein dritter “klassischer” Mittelstürmer neben Hanke und de Camargo. Warum wusste das keiner? Wurde de Jong nicht ausreichend beobachtet und analysiert?
  4. Was wir dringend gebraucht hätten, ist ein zentraler offensiver Mittelfeldspieler mit strategischen Fähigkeiten. Und Ideen. So einer wie Huszti, Shaqiri oder van der Vaart. Warum weiß ich das, aber keiner unserer hochbezahlten Manager?
  5. Für Lucien Favre, der unbestritten seine Verdienste um unseren Verein hat, war das Kapitel Borussia Mönchengladbach offenbar an dem Tag beendet, als Marco Reus seinen Abschied Richtung Dortmund verkündete. Seitdem arbeitet der Schweizer nicht mehr an der Abstimmung und der Grundordnung der Mannschaft, sondern beschränkt sich darauf, seine Spieler permament öffentlich in die Pfanne zu hauen. Das ist nicht wirklich zielführend.
Es wird Zeit für Veränderungen. Die Zeit von Lucien Favre ist abgelaufen. Es wird Zeit für Amin Younes. Oder Lukas Rupp.Die historische Chance, den Kader auf Jahre hinaus zu stärken, ist vertan. Jetzt gilt es, den drohenden Abstieg zu verhindern. Das wird schwer genug.