Die obligatorische Pleite

von Thorsten Cöhring am 18. November 2012

Vor 22 Jahren wurde ein Passus ins Grundgesetz aufgenommen, der besagt, dass Borussia Mönchengladbach zu Hause nicht gegen den VfB Stuttgart gewinnt. Nur zweimal, 1995 und 2005, haben wir uns nicht daran gehalten. Die DFL könnte beiden Vereinen eine Menge Stress ersparen, wenn sie es uns erlauben würde, die Punkte künftig per Post ins Ländle zu schicken.

Und was gibt es sonst noch über die 1:2-Niederlage zu sagen?

  • Sieben Minuten lang (bis zum 1:1) war es unser bislang bestes Heimspiel.
  • Roel Brouwers hat ein sensationell schönes Eigentor zum 1:2 erzielt.
  • Linksverteidiger Oscar Wendt hat allerlei offensive Fähigkeiten, aber eines kann er überhaupt nicht: verteidigen (ich habe selten in der Bundesliga einen Abwehrspieler mit derart schlechtem Stellungsspiel gesehen).
  • Mindestens die halbe Mannschaft, allen voran Arango und Hanke, war nach 15 Minuten körperlich komplett platt.
  • Das führte dazu, dass keiner bereit war, in die Zweikämpfe zu gehen – so viele Räume zum unbehelligten Kombinieren hatte in der letzten Zeit selten eine Gastmanschaft bei uns.
  • Havard Nordtveit hat sich zum Kopf der Mannschaft gemausert.

Es wurde wieder einmal deutlich, dass wir mit unseren drei Tugenden (Disziplin, Ordnung und Juan Arango) oftmals an unsere Grenzen stoßen. Alle Mannschaften, die ich in dieser Saison bislang im Borussia-Park gesehen habe, waren spielerisch besser als wir. Im Europapokal mag das ja noch angehen, aber in der Bundesliga waren das, bis auf Frankfurt, leider allesamt Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte.

Erneut steht die Mannschaft am Sonntag in Augsburg unter immensem Druck. Nach menschlichem Ermessen brauchen wir in der Hinrunde etwa 22 Punkte, um nicht angesichts des Monster-Heimprogramms in der Rückrunde (Leverkusen, Dortmund, Bremen, Hannover, Schalke, Bayern) in große Not zu geraten.

Es fehlen also noch sechs…

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