Schere im Kopf

von Thorsten Cöhring am 6. April 2013

Rein tabellentechnisch hat Borussia Mönchengladbach nach dem 1:0-Sieg über Greuther Fürth weiterhin alle Chancen auf eine weitere Europapokal-Teilnahme. Allerdings wurde am Samstag deutlich, dass die Fans im Borussia-Park so langsam selber nicht mehr wissen, ob sie sich über die höchst respektable Punkteausbeute freuen oder über den unterirdischen Fußball ihrer Mannschaft ärgern sollen.

Im Interview mit der “ARD Sportschau” sagte Trainer Lucien Favre nach dem Spiel sinngemäß, seine Mannschaft könne sich nicht viele Torchancen herausspielen und daran werde sich bis zum Saisonende auch nichts ändern. Diese Aussage macht solche Grottenkicks wie in Freiburg und gegen Fürth zwar auch nicht erträglicher, aber immerhin scheinen sich der Tatsache immer mehr Menschen bewusst zu werden. Sogar unser Trainer.

Kein Mut, kein Selbstvertrauen, kein Siegeswillen. Selbst gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten war unsere Mannschaft nicht in der Lage, Druck auf den Gegner auszuüben. “Zweitliganiveau” attestierte mein Tribünennachbar unserer Mannschaft. Da bist du als machtloser Anhänger auf der Tribüne manchmal der Verzweiflung nahe. Angesichts der klaren Chancen für Fürth war der Heimsieg mehr als glücklich. Er war schlichtweg unverdient.

Nun ist es zwar so, dass für mich der alte Grundsatz gilt “Lieber schlecht spielen und gewinnen als gut spielen und verlieren”, aber das kann und darf nicht zum Dauerprinzip werden. Unter diesen Voraussetzungen wird auch der Erfolg bald ausbleiben.

Daran wird sich bis zum Saisonende nichts ändern, hat Lucien Favre gesagt. Aber vielleicht in der neuen Saison. Bitte, bitte, ich wünsche es mir so! Einmal begeisternd und mitreißend spielen. Ich wäre so dankbar. Und vermutlich nicht nur ich.

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