Sportliche Bestandsaufnahme

von Thorsten Cöhring am 1. Juli 2013

Sind wir 2013/14 stärker als 2012/13? Eine gute Frage. Zumindest ist der Kader besser. Es hat uns kein Spieler freiwillig verlassen. Und mit Max Kruse und Raffael sind zwei gute Leute für die Offensive hinzugekommen. Auch Christoph Kramer traue ich zu, dass er sich als Abräumer auf der Sechs gegen seine Konkurrenten durchsetzt. Er ist ein guter Balleroberer und ähnelt etwas Roman Neustädter.

In der Offensive sehe ich uns mit Patrick Herrmann, Raffael, Juan Arango, Amin Younes, Branimir Hrgota, Max Kruse, Peniel Mlapa und Luuk de Jong relativ gut aufgestellt. Für die Lösung unseres jahrelangen Dauerproblems auf der Zehner-Position haben wir mit Kruse und Raffael jetzt sogar zwei Optionen. Für mich die interessanteste Frage ist, ob sich Luuk de Jong durchsetzen wird. Wobei ein echter Mittelstürmer nur ein Argument hat: Tore. Jetzt kann er zeigen, dass er ein Knipser ist, denn er hat künftig gute Vorbereiter um sich herum.

Womit wir bei der Erkenntnis wären, dass sich unser Problem in der kommenden Saison womöglich in die hinteren Regionen verlagert. Denn dort sind zwei Schlüsselpositionen nach wie vor nicht optimal besetzt. Es fehlt

  • ein Sechser mit strategischen Fähigkeiten. Einer, der den Ball halten kann, der immer anspielbar ist und der selten einen Fehlpass im Aufbau spielt. Der ideale Spieler für unsere Mannschaft auf dieser Position wäre der Dortmunder Kehl. Offenbar setzen unsere sportlich Verantwortlichen darauf, dass Granit Xhaka in der neuen Saison diese Rolle übernehmen kann. Ich bin da eher skeptisch, lasse mich aber gern eines Besseren belehren.
  • ein rechter Außenverteidiger mit Qualitäten im Spielaufbau. Tony Jantschke hat seine Qualitäten, ich mag ihn als Spieler. Vieleicht deshalb, weil er mich irgendwie an Berti Vogts erinnert. Aber die Spieleröffnung mit dem sauberen Pass in die Spitze ist nicht sein Ding. Auch mangelt es ihm an Sprintvermögen.

Gleichwohl gibt der aktuelle Kader Anlass zu der Hoffnung, dass wir in der kommenden Saison nicht mehr nur den Klassenerhalt als Ziel haben müssen. Und das wäre schon ein immenser Fortschritt. Wobei es immer eine Variable gibt, die niemand auf der Rechnung haben kann: das Verletzungspech. Davon sind wir seit über zwei Jahren weitgehend verschont geblieben. Das wird nicht immer so bleiben, dessen müssen wir uns bewusst sein.

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