Was hat der Schiedsrichter mit der Erdanziehungskraft zu tun?

von Thorsten Cöhring am 24. August 2013

Keine Frage: In Leverkusen kannst und darfst du verlieren. Insofern ist die heutige 2:4-Niederlage beim Champions-League-Teilnehmer kein Beinbruch. Eine tragische Note bekommt das Ergebnis allerdings durch das ebenso entscheidende wie fragwürdige Zutun des Schiedsrichters.

Gemeint ist natürlich die Szene vor Leverkusens Elfmetertor zum 1:0, das dem Spiel maßgeblich die Richtung gab. Zur Verdeutlichung: Wenn du, wie Arango, in der Rückwärtsbewegung rechtslastig nach hinten abspringst, dann muss der rechte Arm ausgestreckt sein, um die Balance zu halten. Das ist leider bei Zweibeinern in Verbindung mit der Erdanziehungskraft unumgänglich. Wenn dieser ausgestreckte Arm dann von hinten angeschossen (oder angeköpft) wird, dann handelt es sich weder um eine unnatürliche Handbewegung noch um ein absichtliches Handspiel. Mit anderen Worten: Der Schiedsrichter muss schon ein erkleckliches Quantum an Böswilligkeit mitbringen, um in einer solchen Szene auf Elfmeter zu entscheiden.

Warum schildere ich das in dieser epischen Breite? Nun, es war der Treffer, der Leverkusen erst in die Spur brachte und kurz darauf zum 2:0 führte. Bis dahin spielte die Werkself ähnlich einfallslos wie unsere Mannschaft, die in ihrer zaghaft-ängstlichen Spielanlage in der ersten Halbzeit wieder an die vergangene Saison erinnerte. Kein Torschuss von Borussia, trotz 60 Prozent Ballbesitz. Eigentlich unglaublich.

Erst als unsere Mannschaft nach der Pause mutig den offenen Schlagabtausch suchte, kamen ihre Stärken zum Tragen. Der Ausgleich zum 2:2 binnen zweier Minuten war bemerkenswert, allerdings zeigte sich im weiteren Spielverlauf, dass Leverkusen schlicht und einfach die bessere Mannschaft war und am Ende verdient mit 4:2 gewann.

Drei Punkte aus den ersten drei Spielen, damit liegt unsere Borussia im Soll. Um allerdings keinen möglichen Negativ-Lauf zu riskieren, sollte am kommenden Samstag gegen Bremen ein Sieg her.

“Gladbach ist auf einem guten Weg”, sagte unser Trainer Lucien Favre nach dem Spiel. Nein, wir sind nicht auf einem guten Weg. Wir sind auf dem richtigen Weg. Hoffe ich zumindest…

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