Hochgeschwindigkeits-Konter-Show

von Thorsten Cöhring am 1. September 2013

4:1 gegen Werder Bremen. Das klingt nach munterem Scheibenschießen am Samstagnachmittag. War’s auch. Allerdings erst in der zweiten Halbzeit. Und da ging die Post so richtig ab. Wenn ich unserer Mannschaft in der vergangenen Saison oft vorgeworfen habe, sie komme dem Ideal des personifizierten Rasenschachs schon sehr nahe, dann kann ich diese These bislang in dieser Spielzeit nicht aufrechterhalten.

130831_borussia_parkWerder Bremen zählt in diesen Wochen wahrhaftig nicht zu den Teams, deren Offensive Angst und Schrecken verbreitet. Aber die Jungs von der Weser können plötzlich Defensive. Über eine halbe Stunde lang stand unser Gegner extrem gut geordnet und gestaffelt. Borussia begnügte sich mit brotlosem Ballbesitzfußball, ohne Ambitionen im Spiel nach vorn. Bis dem überragenden Granit Xhaka das Ganze auf den Keks ging, er einen wunderbaren Steilpass auf Juan Arango spielte und dieser mit ein bisschen Glück durch die Beine des Keepers zum 1:0 abschloss. Vorausgegangen war Bremens erster Defensivpatzer, nämlich ein Stellungsfehler von Clemens Fritz.

Tja, und dann kam die zweite Halbzeit. Wie soll ich es ausdrücken? Ich war beeindruckt. Von einer Hochgeschwindigkeits-Konter-Show, wie ich sie von unserer Borussia lange nicht gesehen habe. Arango, Kruse, Raffael, Herrmann – das war definitiv zuviel für Bremens Abwehr. Lediglich nach der Auswechslung des akut rotgefährdeten Xhaka kam noch einmal etwas Unordnung in unser Spiel, die schließlich im Bremer Gegentreffer durch das akrobatische Kopfball-Eigentor von Havard Nordtveit gipfelte.

Ansonsten: Ein Borussia-Tor schöner als das andere. Raffaels Abstauber zum 2:0 nach Tony Jantschkes erstem Torschuss seines Lebens – gefühlt zumindest. Kruses 3:1 nach einer seiner beeindruckenden Bierdeckel-Pirouetten. Und Herrmanns 4:1 nach genialem Pass von Kruse.

Und zum Gesamteindruck eines rundum sonnigen Tages im Borussia-Park trug natürlich auch die nette Choreo der Nordkurve bei: “Neunzehnhundert – Eine Zahl die uns zusammenhält – In Europa und auf der ganzen Welt!” Eine tolle Idee und Umsetzung, untermalt von der “Elf vom Niederrhein”:


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