Alles eine Frage der Erwartungen

von Thorsten Cöhring am 20. Oktober 2013

Über die gestrige 0:1-Niederlage in Berlin kann und will ich nicht mitreden, denn ich habe das Spiel nicht gesehen. Halte ich mich also an die Fakten. Die fehlende Punkteausbeute berührt mich nicht weiter. Bitter ist der Platzverweis für Stranzl. Damit haben wir ausgerechnet vor dem wichtigen Heimspiel gegen Frankfurt am Sonntag das befürchtete Problem: Neben Dominguez fällt ein weiterer Innenverteidiger aus. Und auch „Backup“ Nordtveit ist nicht fit. Das besorgt mich.

Nach neun Spielen haben wir 13 Punkte. Ist das viel, oder ist das wenig? Die Antwort lautet: Kommt drauf an. Nämlich auf die Erwartungen. Wer unsere Mannschaft in den Regionen der Europapokalplätze erwartet, wer Borussia auf dem gleichen Level wie Schalke, Frankfurt, Hannover, Stuttgart, Hoffenheim oder Wolfsburg sieht, für den sind furchtbare Enttäuschungen vorprogrammiert. Diese Erwartung ist definitiv zu hoch.

Wer, wie ich, von der Mannschaft als Primärziel den Klassenerhalt und als Sekundärziel die spielerische Weiterentwicklung erwartet, für den ist momentan alles im grünen Bereich. Ich freue mich, dass unsere Mannschaft in einigen Heimspielen, zumindest phasenweise, deutlich mutiger agiert hat als in der vergangenen Saison. Glücklicherweise ist dieser Mut auch oft belohnt worden.

Ob wir die notwendigen 38 bis 40 Punkte zu Hause holen oder auswärts, ist mir schlichtweg gleichgültig. In meiner Welt brauchen wir zum Minimalziel der Hinrunde noch zwei Siege. Das scheint machbar. Wichtig ist es, sich von der Abstiegsregion stets möglichst fernzuhalten, um eine eigendynamische Abwärtsspirale schon im Keim zu unterdrücken. Also: Es gibt aktuell keinen Grund zur Kritik.

Es sei denn, man hat die falsche Erwartungshaltung.

  • Manuel Neuß

    Mit 12 Millionen Euro-Einkäufen, kann Deine Erwartungshaltung nicht auf gesundem Menschenverstand beruhen!

  • ThorstenC

    Ich orientiere mich bei meiner Einschätzung nicht an Ablösesummen, sondern an der Qualität der Spieler. Oder präziser: an der Qualität der daraus resultierenden Mannschaft. Man kann ohne Zweifel für sehr viel Geld Spieler holen, die die Mannschaft nicht weiterbringen. Schöner ist es natürlich, für überschaubare Summen Spieler zu holen, die die Mannschaft weiterbringen. Zum Beispiel Max Kruse. Nach meinem subjektiven Empfinden funktioniert mein gesunder Menschenverstand ziemlich gut.

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