Wow!

von Thorsten Cöhring am 28. Oktober 2013

Zu dem 4:1 (2:1)-Sieg über Eintracht Frankfurt gestern vor fast 54.000 Zuschauern im Borussia-Park fällt mir nur ein Wort ein: Wow! Mit einer rundum formidablen Mannschaftsleistung wurde ein gewiss nicht schwacher Gegner förmlich vom Platz gefegt. Fast schien es so, als trüge Dortmund an diesem Tag weiße Trikots.

An dem Auftritt gibt es wirklich nichts zu bemängeln. Mit einer großartigen, konzentrierten Leistung der gesamten Mannschaft wurden die personellen Ausfälle in der Abwehr bestens kompensiert. Das Spiel nach vorn wirkte phasenweise wie aus einem Guss, bei etwas mehr Genauigkeit beim finalen Pass wäre sogar noch ein höherer Sieg möglich gewesen. Aber auch so rissen die vier wunderschönen Treffer durch Arangos direkten Freistoß, Wendts energische Einzelaktion, Herrmanns kaltschnäuzigen Abschluss allein vor dem gegnerischen Torwart und Raffaels Treffer nach einer atemberaubenden Pingpong-Kombinationen über Herrmann und Korb auf der rechten Seite die Zuschauer von den Sitzen. Einziger Schönheitsfehler war das Frankfurter Gegentor zum 1:1, das wir selbst vorbereiteten. Und zwar durch eine dumme Angewohnheit, die wir uns schnellstens abgewöhnen sollten: Abenteuerliche Rückpässe auf den Torhüter, womit ter Stegen desöfteren in arge Verlegenheit gestürzt wird. Ansonsten hatte die spielerisch gute Frankfurter Elf praktisch keine zwingende Torchance.

Der Sprung auf den 4. Platz in der Tabelle ist eine schöne Momentaufnahme. Mehr nicht. Wenn die Mannschaft Ambitionen hat, um die Europapokalplätze mitzuspielen, dann muss sie diese Leistung über einen längeren Zeitraum anbieten. Auch auf fremden Plätzen. Aus diesem Blickwinkel wäre der feine Erfolg gestern bei einer weiteren Auswärtsniederlage am Samstag in Hamburg  nicht viel mehr als ein positiver “Ausrutscher”. Für mich gilt allerdings nach wie vor: 20 Punkte sind das Ziel der Hinrunde. Alles darüber hinaus nehmen wir alle gern mit. Insofern tut Lucien Favre gut daran, die Erwartungen auf ein vernünftiges Maß herunterzuschrauben, wenn er sagt: “Es gab gegen Frankfurt auch ein paar schwache Szenen, in denen wir die Konzentration halten müssen. Wir müssen jetzt am Boden bleiben.”

Zu allem Überfluss geht die Abwehrseuche weiter: Ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich bei Roel Brouwers bedeutet mehrere Wochen Pause. Wenn sich jetzt noch Stranzl verletzen sollte – nein, daran mag ich nicht denken…

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