Pizza statt Wurstebrei

von Thorsten Cöhring am 23. November 2013

Als Kind habe ich es gehasst, Wurstebrei essen zu müssen. Ich habe ihn mir runtergequält und danach war mir tagelang unpässlich – höflich ausgedrückt. Es gibt Spiele für Borussia Mönchengladbach, die sind wie Wurstebrei essen. Dazu zählen Auswärtspartien in München, Dortmund und Bremen. Oder ganz allgemein Spiele gegen Leverkusen und Stuttgart.

Gestern Abend in Stuttgart war alles anders. Statt Wurstebrei gab’s Pizza – in Form eines verdienten 2:0 (1:0)-Sieges. Sehr schmackhaft. Und gut bekömmlich.

Nun war es nicht wirklich so, dass wir den VfB mit einem unwiderstehlichen Sturmwirbel in Grund und Boden gespielt hätten. Aber unser Team hat dieser reinen Kontermannschaft vergleichsweise wenig Fehler angeboten. Und wenn doch, war unsere Abwehr an diesem ungemütlichen Novemberabend sehr aufmerksam und zweikampfstark.

Die Fehler machte die Stuttgarter Mannschaft. Und zwar zunehmend, je länger das Spiel dauerte. Wenn wir die großartigen Konterchancen in den letzten 20 Minuten nicht so halbherzig hergeschenkt hätten, wäre ein Kantersieg durchaus möglich gewesen. Aber wir sollten auf dem Teppich bleiben. Das 1:0 durch Raffael (37.) bereitete Herrmann mit einem sehr schicken Außenrist-Chip-Pass vor, beim 2:0 durch Oscar Wendts Schuss von der Strafraumgrenze (73.) befand sich die VfB-Abwehr im kollektiven Tiefschlaf.

So weit, so schön. Leider war die Pizza nicht sehr sättigend. Sie war vielmehr appetitanregend. Der Hunger nach weiteren Punkten wächst. Die Hoffnung, dass wir die 30-Punkte-Marke knacken können, erscheint bei drei Heimspielen in den noch vier verbleibenden Partien der Hinrunde nicht ganz unbegründet. Obwohl ich mit den 25 Zählern, die wir aktuell auf dem Konto haben, schon sehr zufrieden bin. Also quasi halbsatt…