Bescherung

von Thorsten Cöhring am 23. Dezember 2013

Ich hatte mir gewünscht, dass mir unsere Mannschaft zwei Päckchen unter den Weihnachtsbaum legt. Ein großes mit drei Punkten gegen den VfL Wolfsburg, und ein riesengroßes mit 35 Punkten und Platz 3 nach der Hinrunde drinnen. Das große Päckchen wurde leider nur ein kleines, mit einem Punkt. Aber das riesengroße Paket habe ich trotzdem bekommen. 33 Punkte, 3. Platz zu Weihnachten. Wie in der Sensationssaison vor zwei Jahren. Wir überwintern auf einem Champions League Rang. Fast zu schön um wahr zu sein. Selten habe ich mich über ein Weihnachtsgeschenk so gefreut!

131222_bmg-wobAber wie das bei Geschenken so ist: Die Freude ist auf einen gewissen Zeitraum begrenzt. Das Hinrundenresultat der Saison 2013/14 ist eben auch nur eine Momentaufnahme, von der sich niemand blenden lassen sollte. Es gilt, was Raffael jüngst im “kicker” sagte: “Warten wir ab, wo wir vier Spieltage vor Schluss stehen. Dann können wir vielleicht irgendwelche Ziele formulieren.” Trotzdem: Weihnachten 2013 ist der Augenblick, um stolz auf unser Team zu sein. Stolz auf unseren Verein sind wir ohnehin immer.

Das 2:2 zum Jahresausklang gegen Wolfsburg war leistungsgerecht. Beide Teams, nach langen Erfolgsserien vor Selbstvertrauen strotzend, lieferten sich im ausverkauften Borussia-Park ein packendes Offensivduell. Unsere Borussia fand, nach sehr guter Anfangsviertelstunde, in der ersten Halbzeit keinen rechten Zugriff auf das Spiel und auf den Gegner, so dass die Gäste in den ersten 45 Minuten sogar die klareren Chancen hatten – trotz der vergebenen “Hundertprozentigen” durch Kruse (30.).

Was unsere Mannschaft dann allerdings nach dem 0:1 durch Diego (52.) zwischen der 55. und 80. Minute an fußballerischem Feuerwerk auf den Rasen zauberte, das löste selbst bei den eigenen Fans offenmundiges Erstaunen aus. Das war druckvoller Offensivfußball vom Allerfeinsten, definitiv internationale Klasse. Wie im Rausch wurde Wolfsburg förmlich über den Haufen gespielt. Neben den Toren durch Raffael (59.), nach brillantem Solo, und Arangos Traum-Freistoß (64.) hatten wir weitere glasklare Gelegenheiten, um Wolfsburg förmlich aus dem Stadion zu schießen: Raffael (61.), Kramer (70.) und Kruse (78.) hätten locker auf 5:1 stellen können.

So kam es schließlich wie meistens im Fußball: Du machst die Dinger nicht und wirst am Ende dafür bestraft. Dost (85.) gelang noch der 2:2-Ausgleich. Über die gesamten 90 Minuten gesehen, war das nicht unverdient, aber für uns natürlich extrem ärgerlich. Dass wir ausgerechnet unser vielleicht bestes Hinrunden-Heimspiel nicht gewinnen, ist schon irgendwie eine Ironie des Schicksals.

Aber heute ist kein guter Tag für schlechte Laune.

Wir sehen uns gegen Bayern am 24. Januar. Bis dahin:

Frohe Weihnachten allen Borussen!

YNWA

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