Ein Abend mit den Bavarian Globetrotters

von Thorsten Cöhring am 25. Januar 2014

Seit Bayern München die beste Fußballmannschaft der Welt ist, also etwa seit 18 Monaten, ist die Ausgangslage vor jedem Spiel klar: Als Gegner hast du keinen Einfluss auf den Ausgang des Spiels. Ganz allein die Bayern bestimmen das Ergebnis. Ganz egal, gegen wen. Bestenfalls erreichst du ein respektables Ergebnis. Selten in Form eines Unentschiedens, meist in Form einer knappen Niederlage. Das ist uns gestern Abend zum Rückrundenauftakt gelungen. 0:2 (0:1), ein ehrenvolles Resultat.

Eine winzige Chance auf einen Punkt gegen die Bavarian Globetrotters hast du als Gegner nur, wenn vier Dinge gleichzeitig eintreffen:

  1. Du spielst defensiv am absoluten Optimum
  2. Die Bayern verspüren keinen Druck, sind überheblich und dadurch fahrig und unkonzentriert
  3. Du nutzt deine wenigen Chancen
  4. Du hast ‘ne Menge Glück

Schauen wir uns also das gestrige Spiel unter diesen vier Aspekten an:

zu 1.: Wir haben defensiv gut gespielt, aber leider erst, als das Spiel bereits entschieden war. Dem 0:1 durch Götze (7.) ging ein sehr naives Abwehrhalten unserer linken Seite (Arango, Wendt, Dominguez) beim Steilpass auf Müller voraus. Das 0:2 wurde eingeleitet durch ein fast skurriles Scheibenschießen auf unser Tor, das Tohuwabohu mündete schließlich darin, dass Xhaka der Ball an den Arm sprang. Müller verwandelte den Elfmeter zum 0:2 (53.).

zu 2.: Das Unheil begann bereits vor einer Woche. Mit der 0:3-Klatsche der Bayern im Testspiel in Salzburg. Von diesem Zeitpunkt an war klar: Der nächste Gegner wird dafür büßen müssen. Unglücklicherweise war das gestern Borussia Mönchengladbach.

zu 3.: Wir hatten drei gute Tormöglichkeiten: Neuer lenkte einen Kruse-Schuss an den Pfosten (40.), Herrmanns Drehschuss sprang ebenfalls an den Pfosten (64.) und nochmals Herrmann traf allein vor dem Tor den Ball nicht (66.).

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Drohnen-Experiment im Borussia-Park? Nein, nur eine Luftkamera am Seil.

zu 4.: Auf der einen Seite hatten wir Glück, dass Bayern eine Fülle guter Chancen ausließ und dass Torhüter ter Stegen einen absoluten Sahnetag erwischt hatte. Auf der anderen Seite fehlte das Glück in den Offensivaktionen und wir hatten Pech mit der Schiedsrichteransetzung, das Spiel hätte einen besseren Referee als Herrn Gagelmann verdient gehabt.

Fassen wir zusammen: Alle vier Bedingungen für ein erfolgreiches Spiel gegen Bayern waren nicht, oder nur teilweise, erfüllt. So bleibt als Fazit festzuhalten: Unsere Mannschaft mühte sich redlich, hatte aber im Endeffekt nicht den Hauch einer Chance. Selbst gegen eine Münchner Mannschaft ohne Ribery, Robben und Mandzukic. Technisch, läuferisch und taktisch kann den Münchnern keiner das Wasser reichen.

Wenn es an unserer Borussia etwas zu kritisieren gibt, dann ist es die Tatsache, dass unser Team nicht die Zweikämpfe gesucht hat. Mit körperlosem Spiel ist den Bayern schon mal gar nicht beizukommen. Mit Hinterherhecheln bringst du die Fußball-Zauberer nicht aus dem Gleichgewicht.

Beschränken wir uns also auf die beste Nachricht dieses Abends: Wir haben’s hinter uns. Während es alle anderen noch vor sich haben. Für uns beginnt die Rückrunde de facto erst am kommenden Samstag in Hannover.

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