Eine gute und eine schlechte Nachricht

von Thorsten Cöhring am 15. Februar 2014

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht vom heutigen Auswärtsspiel bei Werder Bemen zu vermelden. Die gute Nachricht: Wir hätten dieses Spiel locker 10:0 gewinnen können – so überlegen waren wir und so viele glasklare Torchancen hatten wir. Die schlechte Nachricht: Das Spiel endete 1:1 (0:1).

Es gibt Fußballspiele, da bewegst du dich als Zuschauer ständig an der Grenze zum Wahnsinn. Das heutige im Weserstadion gehörte dazu. Irgendwann habe ich aufgehört, die Chancen zu zählen. Es waren vielleicht ein halbes Dutzend miserabel ausgespielte Überzahl-Kontersituation, ein halbes Dutzend 100-prozentige Torchancen und eine läppisch verdaddelte 1000-prozentige Gelegenheit, als Herrmann den Ball nach großartiger Vorarbeit von Wendt nicht quer legte, so dass ihn Wendt ins leere Tor hätte schieben können (58.), sondern stattdessen den Torwart anschoss. Es wäre das 0:2 gewesen… So blieb es beim einzigen Treffer durch Raffael (6.), der einen Blackout des Bremer Abwehrspielers Lukimya zur 0:1-Führung nutzte.

Und weil Fußball immer gnadenlos ist, wird solcherlei Unvermögen gewöhnlich unerbittlich bestraft. In diesem Fall durch den 1:1-Ausgleich von Obraniak (88.).

Fazit: Unsere Mannschaft hat deutlich besser gespielt als zuletzt, aber am Ende zwei Punkte hergeschenkt. Soll ich mich jetzt mehr freuen oder ärgern? Zuerst überwog der Ärger, aber jetzt freue ich mich auf das kommende Heimspiel gegen Hoffenheim. Wäre schön, wenn wir den spielerischen Aufwärtstrend dann fortsetzen könnten.

Nachtrag vom 16.2.2014:

Ich habe mir das Spiel noch einmal angesehen. Wenn ich die emotionale Komponente (Ärger, Wut, Enttäuschung) beiseite lasse, dann war es unser bestes Auswärtsspiel in dieser Saison. Unsere Mannschaft war spielerisch stark, war mutig und hatte so viel Zug zum gegnerischen Tor wie selten zuvor auf fremdem Platz. Ohne diese schockierende Abschlussschwäche könnte man von einem starken Auftritt sprechen. Denn um Chancen zu vergeben, musst du dir erstmal welche erarbeiten. In den allermeisten bisherigen Auswärtspartien hatten wir bestenfalls 3 oder 4 Torgelegenheiten. Für mich, unabhängig vom Ergebnis, eine klare Verbesserung.

Was in der Hinrunde selten aufgefallen ist: Das Spiel ohne Stürmer birgt natürlich ein hohes Risiko. Wir spielen in der Offensive ausschließlich mit gelernten offensiven Mittelfeldspielern. Das muss kein Nachteil sein, kann aber. So wie gestern. Da habe ich mir nicht nur einmal gewünscht, wir hätten einen klassischen Strafraum-Stürmer. Einen “Knipser” vom Kaliber Mandzukic, Lewandowski oder Huntelaar. Nun ja, wir hatten mal einen. Und das ist noch gar nicht so lange her…

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