Es ist nichts passiert

von Thorsten Cöhring am 27. März 2014

Aus Sicht von Borussia Mönchengladbach gibt es vom 27. Spieltag der Bundesliga eine gute und eine schlechte Nachricht zu vermelden. Die schlechte zuerst: Borussia hat das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt gestern Abend mit 0:1 (0:1) verloren. Die gute Nachricht: Unsere direkten Konkurrenten im Kampf um Platz 6, Mainz und Augsburg, mussten ebenfalls Niederlagen einstecken. Es ist also nichts passiert, unsere Ausgangsposition hat sich vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Hamburg nicht verschlechtert.

Frankfurt ist keine Laufkundschaft. Hätten die Hessen nicht eine so furchtbar schlechte Hinrunde gespielt, würde die Eintracht ganz gewiss im Rennen um die internationalen Startplätze mitmischen. Insofern war das gestrige Match ein Duell auf Augenhöhe. Und das kann man mal verlieren. Zumal Frankfurt, ähnlich wie Augsburg, mit Eigenschaften aufwartet, mit denen wir erfahrungsgemäß in der Kombination nicht gut zurechtkommen: Laufstärke, Aggressivität, Pressing, Leidenschaft und körperbetontes Spiel.

Dennoch ließ dieses Spiel den Beobachter, und insbesondere den Borussia-Fan, wieder einmal ratlos zurück. Die Leistungsschwankungen unserer Mannschaft sind für mich ebenso unerklärlich wie unkalkulierbar. Das macht es so beängstigend und gelegentlich gespenstisch. Manchmal spielt Borussia, als gäbe es kein morgen mehr, wie im Rausch, technisch hochklassig, mitreißend. In diesen Momenten sieht man, zu was diese Mannschaft von ihrem Talent her fähig ist.

Und es gibt Momente wie gestern in Frankfurt. Da denkst du, du siehst einen Abstiegskandidaten vor dir. Ich weiß manchmal gar nicht, mit welchen Worten ich das beschreiben soll. Schüchtern? Ängstlich? Zaghaft? Warum eigentlich, wenn man mit dem Hochgefühl von zwei Siegen hintereinander anreist? Entweder rasen wir mit Tempo 200 durch die Bundesliga oder wir kriechen mit Tempo 30 dahin. Keiner weiß, wann und warum wir aufs Gaspedal oder auf die Bremse treten. Total merkwürdig und seltsam.

Fakt ist: Wir hatten zwei halbwegs nennenswerte Torchancen durch Kruse. Einmal parierte Trapp glänzend, einmal strich der Ball knapp am Tor vorbei. Das war’s. Am Ende hätte Frankfurt noch höher gewinnen können. So reichte den Gastgebern das frühe Tor durch Joselu (16.), der einen Steilpass von Aigner aufnahm, Stranzl im Laufduell abhängte und überlegt einschoss. Ich hatte während des gesamten Spiels in keiner Sekunde das Gefühl, dass wir die Niederlage abwenden können.

Wie dem auch sei: Es ist nichts passiert. Das Gerede von der Champions League ist jetzt hoffentlich vorbei und wir konzentrieren uns auf ein realistisches Ziel. Und das heißt Platz 6. Um das zu erreichen, wären Siege in den verbleibenden drei Heimspielen gegen Hamburg, Stuttgart und Mainz sehr hilfreich. Fangen wir am besten schon am Sonntag damit an! 🙂

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