Good Day Sunshine

von Thorsten Cöhring am 30. März 2014

Du fährst in den Borussia-Park und hast keinen blassen Schimmer, was dich erwartet. “Good Day Sunshine”? Oder doch eher “Bonjour Tristesse”? Erwischt Borussia Unberechenbar einen “Sahnetag” oder einen “Wär-ich-doch-lieber-im-Bett-geblieben”-Tag? An diesem herrlichen Frühlings-Sonntagnachmittag heute vor 54.000 Zuschauern gegen den Hamburger SV war es spielerisch irgendetwas dazwischen. Aber das Ergebnis von 3:1 (1:1) sorgte letztendlich für reichlich Sonnenschein.

Ein Feuerwerk der Fußballkunst ist nicht gerade zu erwarten, wenn die bis dahin viertschlechteste Rückrundenmannschaft (Borussia, 9 Punkte) auf die drittschlechteste (HSV, 8 Punkte) trifft. Aber etwas mehr als der “Schlafwagenfußball” der ersten halben Stunde hätte es schon sein können. Erst um kurz vor 16 Uhr klingelte für unsere Mannschaft der Wecker. Der beste HSV-Spieler, Calhanoglu, schlug einen Freistoß scharf vor das Tor und Zoua war vor Stranzl mit dem Kopf am Ball und nickte zum 0:1 ein (28.).

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Es gibt viele Möglichkeiten, sich alle Sympathien zu verscherzen. Eine besonders eindrucksvolle Variante hatten heute die HSV-Ultras auf Lager.

Das weckte bei der bis zu diesem Zeitpunkt arg pomadigen Borussia endlich die Lebensgeister. Nach einem harmlosen Kopfball von Dominguez machte Mancienne im Strafraum den “Hampelmann”, der Ball sprang ihm an die Hand und dem insgesamt höchst seltsam leitenden Schiedsrichter Kinhöfer blieb nichts anderes übrig, als auf Elfmeter zu entscheiden. Daems schoss in die Mitte, Adler parierte, doch den Nachschuss verwertete Daems sicher zum 1:1 (37.).

Was unsere Mannschaft dann in der zweiten Halbzeit auszeichnete, war ihr purer Wille. Sie erzwang förmlich den Sieg gegen einen absolut ebenbürtigen Gegner. Diesen unbedingten Siegeswillen sehe ich bei unserer Mannschaft leider viel zu selten. Auswärts fast nie.

Spielerisch lief weiterhin nicht allzu viel zusammen, aber den zunehmenden Druck auf das HSV-Tor konntest du mit jeder Nervenfaser spüren. Und in der 75. Minute war es endlich so weit. Drei nahezu gleichzeitige Geistesblitze von drei Spielern: Kramer passte auf Kruse, der leitete direkt weiter zu Raffael und der Brasilianer umkurvte Adler und schloss mit gewohnter Brillanz zum 2:1 ab. Mit dem 3:1 durch Dominguez (78.), der eine von Brouwers verlängerte Ecke am langen Pfosten einschob, war die Messe dann gelesen – obwohl van der Vaart und Zoua für die Gäste in der Schlussphase noch Großchancen ungenutzt ließen.

Im Hinblick auf die mögliche Europa League Qualifikation ein extrem wichtiger Sieg für unsere Mannschaft. Zumal der HSV nicht gerade wie ein Abstiegskandidat auftrat.

Nach dem Spiel hatte Manager Max Eberl dann zur Feier des Tages noch eine “Sahnetorte” in petto: Andre Hahn vom FC Augsburg hat bis 2018 bei uns unterschrieben! Ein toller Transfer. Ich habe über diesen Spieler in diesem Blog bereits mehrfach geschrieben. Ihn wünsche ich mir im Trikot mit der Raute, seit ich ihn in der Rückrunde 2012/13 zum ersten Mal gesehen habe. Ich hoffe, dass uns seine Dynamik auf dem Flügel in der kommenden Saison wieder ein Stückchen weiter nach vorn bringen wird. Chapeau, Max, für diesen Deal! Zumal du Konkurrenz wie Dortmund, Schalke und Leverkusen ausgestochen hast…

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