Kein Grund zur Enttäuschung

von Thorsten Cöhring am 10. Mai 2014

Am Ende hat es nicht gereicht. Am 34. und letzten Spieltag der Saison 2013/14 war Borussia Mönchengladbach nicht mehr in der Lage, eine Topleistung abzurufen. Die wäre nötig gewesen, um als Fünfter direkt in die Europa League Gruppenphase einzuziehen. Gastgeber VfL Wolfsburg gewann das “Endspiel” um Platz 5 hochverdient mit 3:1 (1:0), Borussia Mönchengladbach landet zu guter Letzt auf dem 6. Rang in der Bundesliga-Abschlusstabelle. Es gibt keinen Grund, darüber traurig oder enttäuscht zu sein.

Immer einen Tick schneller: Ivan Perisic im Luftduell mit Oscar Wendt.

Vor allem deshalb, weil unserer Mannschaft an diesem regnerischen Samstag deutlich ihre Grenzen aufgezeigt wurden. Es war kein Duell auf Augenhöhe. Wolfsburg war in allen Belangen die klar bessere Mannschaft: läuferisch, technisch, in den Zweikämpfen, im Abschluss und auch in puncto Willensstärke. Die “Wölfe” wollten den Dreier unbedingt, unserer Borussia dagegen fehlte der Glaube an den Erfolg.

Dementsprechend nervös und fahrig agierte das gesamte Team. In der Abwehr kam es nach langer Zeit der Solidität wieder zu einigen haarsträubenden Slapstick-Einlagen, das Mittelfeld lief den Gegnern stets nur hinterher und in der Offensive fand Borussia höchst selten statt. So führte Wolfsburg nach 45 Minuten völlig verdient mit 1:0 durch de Bruyne (30.). Perisic traf per Freistoß zudem nach die Latte.

Allerdings war es nicht etwa so, dass Wolfsburg uns nicht zu Großchancen eingeladen hätte. Doch Kramer (19.) und Kruse (43.) lehnten die großzügigen Geschenke ab und vergaben jeweils eine 100-prozentige Chance. Vor allem Kramers verpasstes Abspiel in 3:1-Überzahl tat weh, denn es wäre das 0:1 gewesen…

In der zweiten Halbzeit dominierte Wolfsburg weiter, verpasste aber die vorzeitige Entscheidung. Besonders kurios die Szene in der 53. Minute, als Perisics Schuss zunächst an den Pfosten, dann an die Latte schließlich an den anderen Pfosten prallte. Dreifach-Aluminium – ziemlich skurril.

Kurzzeitig noch einmal Hoffnung keimte bei uns auf, als Kramer eine Raffael-Hereingabe zum 1:1 über die Linie drückte (64.), doch wenige Minuten später nutzte Perisic per Kopf eine Verwirrung in unserer Abwehr zur erneuten Führung (68.). Knoches Kopfball zum 3:1 (81.) war schließlich die Entscheidung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich unsere Mannschaft freilich, so der Eindruck, bereits aufgegeben.

Somit steht fest, dass wir am 21. und 28. August in die Playoff-Runde zur Europa League müssen. Wenn wir gewinnen, sind wir in der Gruppenphase und haben eine neue Europatour. Wenn wir verlieren, ist der Ausflug auf die internationale Bühne bereits Ende August beendet. An der Playoff-Runde, die am 8. August ausgelost wird, nehmen 62 Mannschaften teil. Ob wir mit einem UEFA-Koeffizienten von 25,328 gesetzt werden, lässt sich noch nicht absehen, da 44 Mannschaften erst nach gespielter Vor-Qualifikation zur CL oder EL feststehen.

Wegen der Weltmeisterschaft ist die Bundesliga-Pause extrem lang. Erst am Freitag, 22. August, geht die Saison 2014/15 los – also in 15 Wochen. Für uns, wegen der Europa League Quali, vermutlich erst am Sonntag, 24. August.