Souveräner und ambitionierter Einstieg

von Thorsten Cöhring am 17. August 2014

Ein bisschen mulmig ist einem als Anhänger von Borussia Mönchengladbach ja fast immer vor dem ersten Saisonspiel. Zumal es sich traditionell um die erste DFB-Pokal-Runde handelt. Und zu diesem Wettbewerb hat Borussia noch nie eine ausgeprägte Liebesbeziehung unterhalten. Doch diesmal hat unsere Mannschaft die Hürde übersprungen, ohne dass der Puls gezwungen war, zwischendurch mal auf 250 hochzuschnellen.

3:1 (2:1) hieß es nach 90 Minuten beim Regionalligisten FC Homburg. Und wenn ich sage, dass es ein langweiliges Spiel war, dann ist das durchaus als Kompliment gemeint. Borussia ließ vor 15.000 Zuschauern von Beginn an nichts anbrennen. Bereits nach 8 Minuten hieß es 0:1, als Hahn nach einem zu kurz abgewehrten Eckball staubtrocken aus 14 Metern mit links flach abzog.

Das verleitete unser Team kurzzeitig zur Sorglosigkeit. Die rechte Abwehrseite ließ sich von den ansonsten extrem harmlosen Gastgebern widerstandslos auskombinieren und Stegerer nagelte die Pille von der Strafraumgrenze zum 1:1 unter die Latte (20.). Für Sorgenfalten auf der Stirn reichte das nicht, denn zu souverän und ambitioniert beherrschte Borussia das Geschehen.

Allerdings dauerte es bis zur Nachspielzeit der ersten Halbzeit, ehe sich die spielerische Überlegenheit wieder in Zahlen niederschlug. Nach einem Xhaka-Kurzpass stand plötzlich Hrgota allein vor dem Tor und kullerte den Ball mit der Pike ins lange Eck (45.+2). Und in der 51. Minute gleich noch einmal: Xhaka scheiterte freistehend am Torhüter und in bester Abstaubermanier schubste Hrgota das Spielgerät zum 3:1 über die Linie. Das war’s dann. Der Rest war Verwaltung.

Erkenntnisse aus diesem Spiel: Neu-Torhüter Yann Sommer spielte gut mit, war beim Gegentor machtlos; die Abwehr agierte bis auf die eine Ausnahme konzentriert und solide, im zentralen Mittelfeld zeigte Granit Xhaka erfreulicherweise sehr viele gute Ansätze, während Raffael in der Offensive eher blass blieb; auf den Außenbahnen sorgten die Neuzugänge Andre Hahn und Ibrahima Traore für sehr viel Tempo und Betrieb; im Angriff präsentierte sich Kruse-Vertreter Branimir Hrgota mit waschechter Torjäger-Attitüde: So gut wie gar nicht am Spiel teilnehmen, aber die entscheidenden Tore schießen.

Unsere Mannschaft ist von der Top-Form sicher noch ein gehöriges Stück entfernt. Aber die Einstellung stimmte. Für meinen Geschmack nehmen wir immer noch zu häufig das Tempo aus dem Spiel und spielen zu oft hinten herum. Deshalb haben wir nur wenige zwingende Torchancen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ein guter Beginn. Hoffentlich kann die Mannschaft diesen Auftakt am Donnerstag im Hinspiel der Europa-League-Quali in Sarajevo bestätigen.

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