Triste Nullnummer

von Thorsten Cöhring am 31. August 2014

Mit viel Glück sicherte sich Borussia am 2. Spieltag der Bundesliga den zweiten Punkt. Das 0:0 heute beim SC Freiburg war an spielerischer Tristesse kaum zu überbieten. Die Tendenz aus der vergangenen Saison setzt sich fort: Es ist höchst bemerkenswert, zu welchen Leistungsschwankungen unsere Mannschaft fähig ist.

Man könnte sagen: Die Mannschaft hat gut gegen den Ball gearbeitet. Man könnte aber auch sagen: Das war im Offensivspiel gar nichts. Null, nothing, nada, niente. Nur zu gerne würde ich diese Leistung mit dem “Kräfteverschleiß” nach dem “kraftraubenden Spiel” am Donnerstag gegen Sarajevo erklären. Aber das ist natürlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Saison völliger Quatsch.

Unsere beste Chance vergab freistehend Xhaka (14.). Außerdem wurde ein Kopfballtor von Jantschke in der zweiten Halbzeit aus ziemlich unerfindlichen Gründen nicht anerkannt. Das war’s. Mehr hatte Borussia Mönchengladbach im Angriff nicht zu bieten. Nahezu die gleiche Mannschaft, die drei Tage zuvor sieben herrliche Treffer erzielt hatte. Es ist bisweilen wirklich mühsam, diese Zaghaftigkeit, Ängstlichkeit und Schüchternheit nachzuvollziehen.

Von Beginn an war unser Spiel ganz klar auf den Gewinn eines Punktes ausgelegt. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Fast wäre das so richtig in die Hose gegangen. Als die ebenfalls wenig überzeugende Freiburger Mannschaft ab der 55. Minute etwas mutiger wurde, unterlief unserer Defensivabteilung der einzig wirklich nennenswerte Lapsus. Nach einem dieser unzähligen grauenhaften Rückpässe stand Jantschke plötzlich unter Druck, übersah den hinter ihm lauernden Philipp, dieser hatte den Fuß zuerst am Ball und Jantschke grätschte ins Leere, der Freiburger flog gekonnt darüber. Kann man geben, den Elfmeter. Glücklicherweise schlenzte Mehmedi den Elfer hoch über das Tor (63.). Gut so, denn anderenfalls hätten wir das Spiel mit ziemlicher Sicherheit verloren.

Jetzt ist zwei Wochen Länderspielpause, ehe Mitte September Schalke in den Borussia-Park kommt. Der August war durchaus erfolgreich: Ein Sieg im DFB-Pokal, zwei Siege im Europapokal, zwei (glückliche) Unentschieden in der Bundesliga. Das ist nicht enttäuschend, gibt aber auch nicht zu hochfliegenden Träumen Anlass. Vor allem die Bundesliga-Auftritte waren bislang eher ernüchternd.

Mit Kramer ist mehr Stabilität eingekehrt. Auch Kruse sollte bald seine Chance bekommen. Raffael ist bemüht, aber noch sehr weit von seiner Bestform entfernt. Traore ist fleißig, aber bislang glücklos in seinen Aktionen. Es gibt noch viel zu tun. Verdammt viel.