Hinter vorgehaltener Hand: Wir sind stark genug für einen Titel…

von Thorsten Cöhring am 30. Oktober 2014

Heute ist Donnerstag, der 30. Oktober 2014. Und ich habe keine Lust mehr, weiter um den heißen Brei herumzureden. Noch bescheiden flüsternd sage ich: Ja, Borussia Mönchengladbach ist 2014/15 so stark, dass wir nach 20 Jahren wieder einen Titel gewinnen können. Punkt. Ausrufezeichen! Realistischerweise bietet sich für diesen Plan der DFB-Pokal an. Meisterschaft? Nun ja, dafür müsste die DFL vermutlich erst Bayern München für etwa zehn Spieltage aus dem Spielbetrieb nehmen. Europa League? Auch dafür fehlt mir im Moment noch die Phantasie.

Bleiben wir also beim nationalen Pokal. Das Beute-Schema von Borussia Mönchengladbach in diesem Wettbewerb besagt: Entweder wir fliegen ganz früh raus oder wir kommen ziemlich weit. Meistens bis ins Halbfinale. Jetzt sind wir schon mal im Achtelfinale angekommen. Durch einen 2:1 (1:0)-Sieg bei Eintracht Frankfurt. Dass es sich um ein Auswärtsspiel handelte, braucht in diesem Zusammenhang nicht eigens betont zu werden, denn wir spielen im DFB-Pokal immer auswärts.

Traore, Hazard, Kruse und Nordtveit bejubeln die 1:0-Führung.

Bis auf die schleppende Anfangsphase und die unkonzentrierte Schlussviertelstunde bot Borussia über mehr als eine Stunde wiederum eine vorzügliche Leistung. Trotz Rotation mit fünf Veränderungen zur Bayern-Startelf. Neu im Team waren zum Beispiel die Torschützen: Der starke Hazard traf nach 17 Minuten zum 1:0 und der sehr starke Traore nach 67 Minuten zum 2:0. Beide Treffer nach Lehrbuch-Kontern. Selbstverständlich spielten wir, basierend auf einer hervorragenden Defensivleistung, noch mehr Lehrbuch-Konter, aber wie gewohnt ließ unsere Mannschaft eine Großchance nach der anderen ungenutzt. Vor allem Hrgota könnte jetzt endlich langsam mal wieder ein Ding einnetzen.

Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte ich in der 85. Minute prophezeit: “Das Spiel endet 2:2.” Wir ließen die eigentlich besiegten Frankfurter in den Schlussminuten wieder aufleben und kassierten das 1:2 durch Kadlec (89.). Aber Borussia anno 14/15 ist offensichtlich auch in der Lage, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Auch das ein Zeichen für Stabilität und gesundes Selbstbewusstsein.

Was mir übrigens ausgesprochen gut gefällt, ist unser zunehmender Mut zu druckvollem Pressing schon in der gegnerischen Hälfte. Grundlage dafür ist natürlich eine gute Defensivorganisation, aber die wir haben ja seit geraumer Zeit.

Im Achtelfinale Anfang März geht es jetzt zum Regionalligisten Kickers Offenbach. Kein Gegner, den ich als unüberwindliches Hindernis bezeichnen würde.

Die “Ungeschlagen seit”-Zählerei geht mir zwar mittlerweile selbst auf den Keks, aber ich schreibe es trotzdem noch einmal, damit ich es auch selbst glaube: Wir sind seit Saisonbeginn in 16 Pflichtspielen unbesiegt (9 Bundesliga, 5 Europacup, 2 DFB-Pokal)!

Jetzt geht es allerdings ans Eingemachte: Heimspiel am Sonntag gegen Hoppenheim (pardon: Hoffenheim) und danach Gastspiel in Dortmund. Und zwischendurch ein Abstecher nach Zypern. Wenn wir dann immer noch ungeschlagen sind, dann … , ja dann … , dann weiß ich auch nicht…