Zwei gute Nachrichten

von Thorsten Cöhring am 24. Oktober 2014

Borussia Mönchengladbach hat am 3. Spieltag der Europa League mit 5:0 (1:0) über Apollon Limassol den ersten Sieg eingefahren. Und bei Neuzugang Ibrahima Traore ist endlich der Knoten geplatzt. Nach bislang eher dürftigen Leistungen war der guineische Nationalspieler gestern Abend der beste Mann auf dem Platz.

Nicht zu halten: Ibrahima “Ibo” Traore.

Traore, Traore, Traore. In Abwesenheit von Kramer, Hahn, Herrmann und Raffael schwang sich der 26-Jährige zum offensiven Taktgeber auf und war an fast allen guten Angriffsaktionen irgendwie beteiligt. Vor der Saison hatte ich gemutmaßt, dass er das Zeug zum neuen Publikumsliebling hat: Pfeilschnell, technisch gut und mit einem präzisen Schuss ausgestattet. Und gestern zeigte er vor 38.000 Zuschauern im Borussia-Park zum ersten Mal, was er wirklich drauf hat.

In der 12. Minute wurde er, nach einem katastrophalen Abwehrfehler der Gäste, von Hrgota mustergültig bedient und erzielte das 1:0. Nach einer halben Stunde fand Traores Flanke Kruses Kopf, aber Gästekeeper Vale rettete mit einem Reflex. In der 56. Minute wehrte Vale einen Traore-Schlenzer mit den Fingerspitzen ab, Hrgota staubte zum 2:0 ab. In der 67. Minute zirkelte “Ibo” die Kugel wiederum aus halbrechter Position zum 3:0 ins lange Eck.

Eine echte Gala des früheren Stuttgarters. Kein Zweifel: Er ist mit seiner “Robbenhaftigkeit” auf der rechten Seite einfach besser als auf der linken.

Der Rest an diesem Abend war nur noch Schaulaufen. Gegen die biederen Apollon-Kicker, denen das meiste viel zu schnell ging, trafen der eingewechselte Herrmann (83.) und Charalambous mit einem Eigentor in der Nachspielzeit zum 5:0-Endstand. Beide Treffer wurden vorbereitet vom sehr fleißigen Hazard, der zweifellos bald ein Topspieler sein wird. Er muss nur noch ein Gefühl dafür entwickeln, wann der richtige Zeitpunkt ist, sich vom Ball zu trennen.

Bei einem solch klaren Sieg sollte man nicht allzuviel Mühe darauf verwenden, Haare in der Suppe zu finden. Dennoch: Was unsere Jungs in der ersten Halbzeit wieder für glasklare Chancen liegen ließen, das strapaziert doch die Nerven erheblich. Und unsere Sechser wirkten bisweilen etwas desorientiert. Xhaka leistete sich anfangs ungewöhnlich viele Flüchtigkeitsfehler, steigerte sich aber im Spielverlauf und war in der zweiten Halbzeit wieder der Chef auf dem Feld. Nordtveit will oft zu viel und spielt dann ziemlich kompliziert.

Aber was soll’s – wieder ein Spiel, das Spaß gemacht hat!

Jetzt kommt Bayern München. Ob der Spaßfaktor am Sonntag genau so groß sein wird? Nun ja, ich hoffe es, aber wetten würde ich darauf nicht…