Quo vadis, Borussia?

von Thorsten Cöhring am 30. November 2014

Dritte Bundesliga-Niederlage hintereinander. 0:1 (0:1) beim VfL Wolfsburg. Abgerutscht auf Platz 5. So weit die Fakten.

Mit einem gehörigen Schuss Galgenhumor könnte man sagen: Sobald es einem Club schlecht geht, ist Borussia Mönchengladbach mit einer Solidaritätsniederlage sofort zur Stelle:

  • Dortmund: fünf Niederlagen in Folge -> Sieg über Gladbach
  • Frankfurt: fünf Niederlagen in Folge -> Sieg über Gladbach
  • Wolfsburg: zwei Niederlagen in Folge -> Sieg über Gladbach

Fazit: Jetzt müsste sich langsam ein Team als Aufbaugegner für uns zur Verfügung stellen. In Frage käme am kommenden Samstag Hertha BSC.

Am vergangenen Dienstag, drei Tage nach der Heimniederlage gegen Frankfurt, wurde unser Abwehrchef Martin Stranzl im “Express” mit dem Satz zitiert: “Nun wird sich zeigen, wie wir mit negativen Ergebnissen umgehen und was in uns steckt.”

Ja, und was steckt nun in Borussia? Eine halbwegs passable zweite Halbzeit in Villarreal. Und das heutige Spiel in Wolfsburg war schwach, aber nicht unser schlechtestes in dieser Saison. Rund 60 Prozent Ballbesitz, ein kämpferisch engagierter Auftritt – aber so gut wie kein brauchbarer Angriff. Was uns noch vor Wochen ausgezeichnet hat, das schnelle Umschaltspiel, ist wie weggeblasen. Futsch, nicht mehr vorhanden. Unsere Spieler laufen viel, aber das Kombinationsspiel wirkt trotzdem müde und träge. Hahn, Raffael, Kruse, Traore und Hazard sind derzeit nur ein Schatten ihrer selbst. Einzig Herrmann offenbart gelegentlich Lichtblicke.

Wir hätten vermutlich noch drei Tage weiterspielen können, ohne ein Tor zu erzielen. Dementsprechend hatte ich auch zu keiner Sekunde in diesen 90 Minuten das Gefühl, dass wir aus diesem Spiel etwas mitnehmen können. Nicht einmal, als Herrmann in der 30. Minute aus fünf Metern völlig unbedrängt nach Hahn-Flanke den Torhüter anköpfte. Auch nicht in der Nachspielzeit, als die halbe Mannschaft nicht in der Lage war, nach Kramers Klassevorarbeit die Kugel über die Linie zu stochern. Es waren unsere beiden einzig nennenswerten Besuche im Wolfsburger Strafraum.

Und das alles, obwohl die verunsicherten Gastgeber sicherlich offensiv eine ihrer schwächsten Saisonleistungen boten und bezeichnenderweise durch eine Standardsituation zum frühen Siegtreffer kamen. Knoche (12.) nutzte ein Abwehr-Tohuwabohu nach einer Ecke zum 1:0-Siegtreffer.

Die Tabelle ist eng. Wir haben noch zwei schwere Auswärtsspiele in Leverkusen und Augsburg. Wenn die Mannschaft nicht schnellstens wieder in die Spur findet, könnten wir bis Weihnachten in die Tabellenregionen 8 bis 10 durchgereicht werden. Mit direktem Kontakt zur Abstiegszone, denn die Mannschaften im Tabellenkeller haben in dieser Saison bereits relativ viele Punkte gesammelt.

Was steckt in der Fohlenelf? Was will die Fohlenelf in dieser Saison erreichen? Ich warte immer noch auf die Antwort. Oder habe ich sie schon bekommen? Ich hoffe nicht…

P.S.
Zum Schiedsrichter, dem ebenso unsäglichen wie unerträglichen Herrn Stark, äußere ich mich nicht mehr. Er hat es nicht verdient, dass man über ihn Worte verliert.