Sehenswertes Eigentor krönt schlechteste Saisonleistung

von Thorsten Cöhring am 10. November 2014

Jetzt hat es uns also erwischt. 85 Tage nach dem Saisonstart in Homburg hat Borussia Mönchengladbach zum ersten Mal in der Saison 2014/15 ein Pflichtspiel verloren. Nach zuvor 18 ungeschlagenen Partien (10 Bundesliga, 6 Europa League, 2 DFB-Pokal). Einzig positiver Effekt der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Borussia Dortmund: Die nervende Serien-Zählerei hört endlich auf.

Rein technokratisch betrachtet klingt die Feststellung schon ein bisschen komisch: Borussia Mönchengladbach handelt sich die erste Niederlage ausgerechnet beim Tabellenletzten der Bundesliga ein. Leider hieß dieses Tabellen-Schlusslicht gestern Abend zufällig Borussia Dortmund, wurde vor der Saison als einzig ernsthafter Bayern-Konkurrent gehandelt und musste nach fünf Bundesliga-Schlappen hintereinander um jeden Preis gewinnen.

So kam es denn auch. Noch vor einem Jahr hätte ich gesagt: Dortmund war ins uns in allen Belangen hoch überlegen. Heute sage ich: Wir haben so schlecht gespielt, dass uns Dortmund in allen Belangen klar dominieren KONNTE. Diese angsterfüllte Mutlosigkeit glaubte ich längst überwunden, speziell nach dem Bayern-Spiel.

Es passte zu diesem gebrauchten Tag, dass wir das entscheidende Gegentor selbst erzielten. Ein Eigentor, das an Skurrilität kaum zu überbieten war. Kramers Rückpass von der Mittellinie (!!) landete als Bogenlampe im eigenen Netz (58.). Große Kunst – wenn auch ungewollt. Aber ganz ehrlich: Es war auch wieder mal an der Zeit, dass einer dieser unzähligen Rückpässe in die Hose geht.

Am Ende war ich nur noch froh darüber, dass wir den kürzlich von Bremen in München aufgestellten Bundesliga-Rekord (kein Torschuss im gesamten Spiel) nicht egalisiert haben. 22:1 für Dortmund lautete die deprimierende Torschussbilanz nach dem Abpfiff. Allein Torhüter Sommer und Glücksgöttin Fortuna bewahrten uns vor einem Debakel.

Gegen Limassol und mehr noch gegen Dortmund zeigte sich, dass wir den verletzten Xhaka nicht gleichwertig ersetzen können. Er fehlt gleichermaßen als Leader, Taktgeber und Passgeber. Das ist eine echte Herausforderung, von der ich hoffe, dass wir sie meistern werden. “The Mannschaft” ist gefordert!

In manchen Situationen ist Fußball eine reine Kopfsache – siehe Beispiel Dortmund in den vergangenen Wochen. Schon gegen Frankfurt in zwei Wochen wird sich zeigen, ob unser überraschender wochenlanger Höhenflug eine temporäre Erscheinung war, oder ob wir inzwischen auch genügend mentale Substanz haben, um diesen heftigen Rückschlag problemlos zu verarbeiten. Ich behaupte einfach mal frech: Diese Niederlage wirft uns nicht aus der Bahn! (Na ja, ich behaupte es eigentlich nicht, ich wünsche es mir…)

Jetzt ist zwei Wochen Länderspielpause. Zeit zur Regeneration für große Teile der Mannschaft, bevor es dann mit dem Heimspiel gegen Frankfurt am 22. November auf die Zielgeraden der Hinrunde geht. Dann gilt es noch einmal, in acht Spielen binnen 28 Tagen die letzten Kräfte zu mobilisieren.

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