Europäische Souveränität

von Thorsten Cöhring am 12. Dezember 2014

Machen wir’s kurz: Mit einem 3:0 (1:0) über den FC Zürich vor 44.000 Zuschauern im Borussia-Park hat Borussia Mönchengladbach als Gruppensieger die Zwischenrunde der Europa League erreicht. Mit einer Souveränität, die gleichermaßen unerwartet wie erfreulich war.

Zur Halbzeit war ich noch etwas skeptisch, ob uns der schludrige Umgang mit den Großchancen nicht noch in Schwierigkeiten bringen würde. Hrgota (16.), Raffael (23. und 33.), Traore (28. und 38., Pfosten) ließen beste Gelegenheiten liegen. Einzig Herrmann traf, als ihm ein Querschläger vor die Füße fiel, er Torhüter da Costa umkurvte und sicher zum 1:0 einschob (31.).

Aber der FC Zürich besaß letztlich nicht die Qualität, um uns ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Dazu waren die Schweizer, die das Spiel unbedingt gewinnen mussten, erstens in der Offensive zu schwach besetzt und zweitens von ihrem eigenen Tun nicht besonders überzeugt.

Nach einem Doppelschlag von Hrgota innerhalb von fünf Minuten zum 3:0 im zweiten Durchgang war der Drops gelutscht. Zunächst bugsierte der Schwede den Ball, nach großartigem doppelten Doppelpass mit Raffael, über die Linie (59.), wenig später nahm er einen Steilpass von Xhaka auf, lief allein aufs Tor zu und lupfte die Kugel über den Torwart (64.) – sehr hübsch anzusehen!

Der klare Sieg war nicht eine Minute ernsthaft gefährdet, was natürlich auch für die konzentrierte Leistung unserer Defensive spricht. Ganz stark diesmal: Tony Jantschke als Rechtsverteidiger.

Drei Spieler waren es, die diesem Spiel ihren Stempel aufdrückten:

  1. Granit Xhaka, mit einer erneut überragenden spielerischen, athletischen und strategischen Leistung im zentralen Mittelfeld.
  2. Ibrahima Traore, der auf den Flügeln mächtig Betrieb machte und auch selbstbewusst den Abschluss suchte.
  3. Branimir Hrgota, der wirklich herausragende Abschlussqualitäten hat – sofern er sie mal einsetzt; was er üblicherweise nur in der Europa League tut (mittlerweile acht Treffer!).

Unsere Borussia wäre schon einen erheblichen Schritt weiter, wenn es Traore und Hrgota gelänge, ihre Qualitäten mal in die Bundesliga zu transportieren…

Nun dürfen wir gespannt sein, wer uns bei der Auslosung des Sechzehntelfinales am kommenden Montag zugelost wird. Es sind eine ganze Reihe namhafter Clubs im Topf der ungesetzten Teams. Mir persönlich wäre der FC Liverpool am liebsten, aber das dürfte niemanden wirklich überraschen… 😉 Fest steht nur, dass wir als gesetztes Team am 19. Februar, also drei Tage nach Rosenmontag, zuerst auswärts spielen und im Rückspiel am Donnerstag, 26. Februar, im Borussia-Park Heimrecht haben.

>> Video-Highlights der Partie auf ran.de.

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