Verdienter Auswärtspunkt im Spitzenspiel

von Thorsten Cöhring am 14. Dezember 2014

Bundesligaspiele gegen Bayer Leverkusen sind fad, öde und langweilig. Das mag daran liegen, dass wir fast nie gewinnen. Um genau zu sein: Vier Spiele haben wir in den letzten 25 Jahren gewonnen. Allesamt auswärts. Das war meine Hoffnung vor dem heutigen Gastspiel in der BayArena. Aber heute war irgendwie alles ganz anders.

Wir konnten das Spiel gewinnen. Wenn nicht zwei Schlüsselszenen zu unseren Ungunsten ausgegangen wären. Nach dem schönsten Angriff des gesamten Spiels stand Herrmann (7.) ganz allein vor Torhüter Leno, schob den Ball aber einen Meter am Tor vorbei. Und in der 42. Minute spielte Schiedsrichter Gagelmann die unrühmliche Hauptrolle: Nach einem klaren Foul von Spahic an Hazard gab es weder den fälligen Freistoß an der Strafraumgrenze noch die zwingende Rote Karte gegen den Leverkusener Abwehrchef, der in dieser Situation letzter Mann war.

Beides, die frühe Führung oder die Unterzahl des Gegners, hätten dem Spiel wahrscheinlich aus Gladbacher Sicht eine ganz andere Wendung gegeben.

So erspielte sich Leverkusen in der ersten halben Stunde eine erdrückende Überlegenheit. Begünstigt dadurch, dass unsere Mannschaft anfangs mal wieder einen Tag eingestreut hatte, an dem sie auf jegliche Beteiligung an Zweikämpfen verzichtete. Geradezu bezeichnend die Entstehung des 1:0: Weiter Schlag von Keeper Leno, Kopfballverlängerung Kießling und Calhanoglu hämmert den Ball aus 20 Metern unter die Latte (18.). So einfach geht das, wenn man nicht gestört wird. Leverkusen zauberte und kombinierte, Mönchengladbach schaute zu.

Bis unsere Elf plötzlich in der 30. Minute aufwachte und mitzuspielen begann. Endlich wurden die Zweikämpfe gesucht, endlich ging es dynamisch Richtung Tor der Gastgeber. Lohn der Mühen: Der 1:1-Ausgleich durch eine sehenswerte Direktabnahme von Brouwers nach Ecke von Hazard (40.).

In der zweiten Halbzeit lieferten sich beide Teams ein rassiges Spitzenspiel – natürlich unter der Maßgabe, dass Leverkusen eigentlich nur noch zu Zehnt hätte auf dem Platz stehen dürfen. Bayer hatte deutlich mehr Spielanteile, aber die größte Chance im zweiten Durchgang hatte erneut Borussia. Wiederum Brouwers schob den unglücklich aufspringenden Ball nach einer Ecke aus zwei Metern über den Kasten der Gastgeber (55.).

Insgesamt war das 1:1 in einem mitreißenden Fußballspiel gerecht. Unsere Borussia bot 60 Minuten lang eine ihrer besten Auswärtsleistungen in dieser Saison. Gegen die, neben Bayern München, überragende Pressing-Mannschaft der Liga. Das nötigt Respekt ab.

Aber es bleibt keine Zeit, sich auf Meriten auszuruhen. Am Mittwoch gegen Bremen geht’s weiter. Dann haben wir die gleiche Ausgangsposition wie vor dem Hertha-Spiel: Wir müssen gewinnen! Um jeden Preis…!

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