Auswärtspunkt zum Einstieg in die “10 Tage der Wahrheit”

von Thorsten Cöhring am 22. Februar 2015

Heute begannen für Borussia Mönchengladbach die “10 Tage der Wahrheit”. Bis zum 4. März entscheidet sich, ob wir im Europapokal weiterkommen, ob wir im DFB-Pokal weiterkommen und ob wir in der Bundesliga die Voraussetzungen schaffen können, um im restlichen Saisonverlauf weiter oben angreifen zu können. Der Einstieg in diese extrem wichtige Saisonphase war ziemlich ernüchternd. Er endete zwar mit einem 1:1 (0:0) beim Hamburger SV, versehen allerdings mit einem dicken “Aber”…

Das “Aber” bedeutet: Es war für uns ein gänzlich unverdienter Punkt nach einer indiskutablen Leistung. Das muss man leider in dieser Deutlichkeit sagen. Selten habe ich so viele technische Unzulänglichkeiten, Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe auf einem Haufen gesehen. Unsere Offensive war, außer in den ersten fünf Minuten, als Max Kruse (4.) und Patrick Herrmann (5., Pfosten) glasklare Möglichkeiten ausließen, überhaupt nicht vorhanden.

Selten zuvor wurde derart offensichtlich, was der heute wegen einer Gelbsperre fehlende Granit Xhaka für unsere Mannschaft wert ist. Ohne ihn läuft im zentralen Mittelfeld so gut wie nichts. Zumal Christoph Kramer nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Wenn zudem noch Raffael in der ersten Stunde auf der Bank sitzt, dann heißt es: “Gute Nacht, Marie”. Ein spielerisches Desaster, das für die kommenden Wochen wenig Mut macht.

Wenn es denn überhaupt etwas zu loben gibt, dann ist es der Wille der Mannschaft, diesem verkorksten Nachmittag zumindest noch eine ergebnistechnische Wende zu geben. In der 92. Minute (eine Minute Nachspielzeit war angezeigt), brachte Kruse den allerletzten Eckball nach innen und Branimir Hrgota köpfte ungehindert zum 1:1-Ausgleich ein. Puuuhhh, tief durchatmen…

Zuvor war Hamburg durch Stieber (73.) nach einem Konter 1:0 in Führung gegangen, was nach der bisherigen Logik des Jahres 2015 der spielentscheidende Treffer hätte sein müssen. Nach fünf 1:0 oder 0:1 hintereinander. Doch er war es nicht. Der erneute herzliche Dank geht an dieser Stelle an Glücksgöttin Fortuna – wie schon so oft in den zurückliegenden Wochen.

Unter dem Eindruck des heutigen Spiels kann ich mich nur schwer vorstellen, wie wir am Donnerstag Sevilla mit zwei Toren besiegen wollen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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