Schwaben-Tour mit Fortuna

von Thorsten Cöhring am 1. Februar 2015

Glücksgöttin Fortuna hatte gestern Langeweile und dachte sich: “Fahr ich mal nach Stuttgart!” Eine gute Idee. Denn um ungefähr 20 nach 5 beschloss Fortuna, dass Borussia Mönchengladbach das Auswärtsspiel zum Rückrunden-Auftakt beim VfB Stuttgart mit 0:1 (0:0) gewinnen soll.

Gemeint ist natürlich jene unglaubliche Szene in der Nachspielzeit, als Stuttgarts Abwehrspieler Niedermeier die Kugel freistehend aus vier Metern an die Lattenunterkante drosch. “Zu 95 Prozent ist das ein Tor”, gab Max Kruse später im Interview zu Protokoll. Ich würde sogar sagen: zu 100 Prozent, denn es war ein zirkusreifes Kunststück, diesen Ball nicht im Netz zu versenken.

Jubel der Matchwinner: Torschütze Patrick Herrmann und Vorbereiter Branimir Hrgota.

Nun, wie dem auch sei, ich wiederhole mich gern: “Schlecht spielen und gewinnen” ist deutlich besser als “gut spielen und verlieren”.

Es war wirklich kein gutes Spiel unserer Mannschaft. Ballbesitz verschafft dir eine optische Überlegenheit, aber wenn der Zug zum Tor fehlt, dann ist und bleibt er brotlos. Mit zunehmender Spielzeit stieg zudem die Fehlerquote im Abwehrverhalten und im Aufbauspiel auf dem seifigen Rasen rasant an. Ab der zweiten Halbzeit wirkte das Team manchmal sogar blutleer und merkwürdig ambitionslos. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich hatte bis zur 70. Minute ein gutes Gefühl.

Bis schließlich Branimir Hrgota einen Geistesblitz hatte. Auf dem linken Flügel setzte er sich gegen drei Gegenspieler durch und bediente mustergültig diagonal den völlig freien Patrick Herrmann auf der rechten Seite. Der überwand Stuttgarts Schlussmann Ulreich zum 0:1 (71.). Dieser eine gute Spielzug reichte schließlich, um den Dreier einzufahren – obwohl die Defensive in der Schlussphase oft bedenklich wackelte (siehe oben).

Unter der Maßgabe “Gewinnen, egal wie” ist der Rückrunden-Start gelungen. Zum “Big Point” wird dieser Sieg allerdings erst, wenn wir am Dienstag auch Freiburg schlagen. Um das zu realisieren, muss fraglos von der ganzen Mannschaft deutlich mehr kommen.