Formidable erste Halbzeit

von Thorsten Cöhring am 15. März 2015

Mit dem heutigen 2:0 (1:0)-Heimsieg über Hannover 96 hat Borussia Mönchengladbach den erhofften Pflicht-Dreier eingefahren und damit den Acht-Punkte-Vorsprung auf Platz 7 verteidigt. Eine gute Ausgangsposition vor den kommenden Wochen der Wahrheit. Für eine Europatour 2015/16 müssen wir bekanntlich am Ende der Saison mindestens den 6. Rang belegen. Es sei denn, Wolfsburg und Bayern stehen im DFB-Pokalfinale. Dann reicht auch der 7. Platz.

Es war ein erfrischender Tag heute im Borussia-Park. Weil unsere Fohlenelf eine erste Halbzeit auf den Rasen zauberte, die ich in dieser Qualität in dieser Saison noch nicht gesehen habe. Temporeiches, druckvolles Angriffsspiel über 45 Minuten. Hannover fand überhaupt nicht statt. Was weniger am Gegner lag, als vielmehr an unserer Mannschaft, die jedem Ball energisch nachsetzte und 96 keine Luft zum Atmen ließ. Immer wieder angetrieben vom überragenden Granit Xhaka, dessen öffnende 50-Meter-Zuckerpässe aus dem Fußgelenk für jeden Fußballgourmet ein Leckerbissen sind. Raffael war spielfreudig wie lange nicht mehr, Kramer zeigte sich stark verbessert und die Flügel Hazard und Herrmann machten beide ein bemerkenswert gutes Spiel. Wie auch die gesamte Abwehr, allen voran der nationalmannschaftsreife Tony Jantschke.

Einziges Manko: Es dauerte ziemlich lange, bis der Führungstreffer fiel. Erst in der 43. Minute bugsierte Patrick Herrmann im Fallen einen scharfen Querpass von Hazard zum 1:0 über die Linie. 13 Torschüsse in der ersten Halbzeit – die Statistiker von bundesliga.de fanden heraus, dass wir seit viereinhalb Jahren nicht mehr so oft in einer Halbzeit aufs Tor des Gegners geschossen haben. Am Spielende waren es 23 Torschüsse. Für unsere Verhältnisse extrem bemerkenswert.

Nach dem Seitenwechsel beschloss Hannover, ebenfalls aktiv an dem Spiel teilzunehmen, was unser Team zeitweilig doch ziemlich in die Bredouille brachte. Erst das 2:0 beruhigte die Nerven. Es war fast eine Kopie des Führungstreffers: Eine Hereingabe von Max Kruse drückte unser neuer Torjäger Patrick Herrmann erneut aus Kurzdistanz ins Netz (75.).

Die Mannschaft belohnte sich am Ende für eine über weite Strecken wirklich außergewöhnlich gute Leistung!

restgegnerMit dem heutigen Spiel haben wir die untere Tabellenhälfte so gut wie abgearbeitet. Ab jetzt geht es bis zum Saisonende nur noch gegen direkte Konkurrenten oder Verfolger. In der nebenstehenden Tabelle sind unsere Gegner gelb gemarkert. Ein … nun ja … strammes Programm. In der Fußballsprache heißen diese Partien “Sechs-Punkte-Spiele”. Wir haben sie am Fließband. Der negative Aspekt: Eine enorme mentale Beanspruchung. Der positive Aspekt: Wir haben alles selbst in der Hand.

Jetzt geht es zunächst einmal darum, am Sonntag in München ein gutes Ergebnis zu erzielen. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Saison wäre das eine Niederlage mit nicht mehr als zwei Toren Differenz. Danach ist zwei Wochen Länderspielpause. Die letzte Auszeit vor dem Endspurt.

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