Tief im Süden strahlt der Stern des Westens!

von Thorsten Cöhring am 22. März 2015

Um gegen Bayern München zu bestehen, müssen bekanntlich mehrere glückliche Umstände zusammentreffen. Drei davon traten heute in der Allianz-Arena ein. Bayern hatte einen schwachen Tag erwischt, Welttorhüter Manuel Neuer einen rabenschwarzen und Borussia Mönchengladbach bot eine Weltklasse-Defensivleistung. Das alles zusammengenommen führte zu einem sensationellen 0:2 (0:1)-Auswärtssieg unserer Fohlenelf bei der süddeutschen Weltauswahl.

Ich will mich heute gar nicht lange mit dem Spiel aufhalten. München hatte 68 Prozent Ballbesitz und keine einzige zwingende Angriffsaktion. Borussia gewann zwei Drittel aller Zweikämpfe und versenkte zwei von vier Torschüssen im gegnerischen Netz.

In der 30. Minute spielte Herrmann den Ball quer auf Raffael und dessen eigentlich harmlosen Dropkick ließ Neuer völlig überraschend zum 0:1 ins Netz rutschen. In der zweiten Halbzeit verhinderte Neuer zwar in der 70. Minute das 0:2, als er einen Hahn-Schuss an den Pfosten lenkte, doch in der 77. Minute fiel schließlich doch das erlösende 0:2. Kramer tanzte im Bayern-Strafraum Schweinsteiger aus und erneut Raffael schoss unter Neuer hindurch ein. Mehr Effizienz ist kaum denkbar. Viel mehr gibt es zu diesem Spiel nicht zu sagen. Ist auch nicht notwendig.

Denn heute ist ein Tag, an dem ich und alle anderen Borussen noch stolzer als sonst sein dürfen, die Raute im Herzen zu tragen!

Tief im Süden strahlt der Stern der Westens – ein bisschen Pathos muss hin und wieder erlaubt sein.

Ja, wir sind über ein ganzes Jahr gesehen noch weit weg von den Bayern. Aber wir haben sie besiegt! In ihrer eigenen Arena. Und wir haben beide Spiele in dieser Saison nicht verloren. Wer kann das schon von sich behaupten?!

Leider bringen auch Siege gegen Bayern München nur drei Punkte. Aber es sind Punkte, die niemand auf der Rechnung hatte. Sie tun uns auf dem Weg zu einer neuen Europatour sehr gut.

Jetzt ist Länderspielpause. Und unsere Mannschaft sollte mit breiter Brust Anfang April in das letzte Saison-Viertel gehen. Wenn es uns gelingt, in zwei Wochen in Hoffenheim noch einmal nachzulegen, dann würde sogar ein Traum langsam Gestalt annehmen, den ich hier immer noch nicht auszusprechen wage…

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