Aus der Traum vom Titel

von Thorsten Cöhring am 8. April 2015

Mit einer indiskutablen Leistung hat sich Borussia Mönchengladbach im Viertelfinale aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Beim Drittligisten Arminia Bielefeld unterlag die Fohlenelf mit 1:1  (1:1; 1:1) nach Verlängerung und 4:5 im Elfmeterschießen. Damit ist der Traum vom ersten Titel seit 20 Jahren geplatzt.

Aber um es klar zu sagen: Wer im entscheidenden Moment so wenig Siegeswillen auf den Platz bringt, der hat den Triumph auch nicht verdient. Unsere Mannschaft erspielte sich in 120 Minuten gegen den leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber keine einzige nennenswerte Torchance. Im Gegenteil, wir hätten das Spiel auch schon vor der Elfmeter-Lotterie klar verlieren müssen. Der einzige Treffer entsprang einem von Kruse verwandelten Handelfmeter (32.), nachdem Bielefeld kurz zuvor durch Junglas (26.) in Führung gegangen war. Im Elfmeterschießen versagten Raffael und Traore die Nerven.

Die Niederlage ist zwar bitter, aber für mich nicht weiter tragisch. Viel wichtiger ist das andere Ziel dieser Saison: Die Qualifikation zur Champions League, also mindestens der 4. Platz in der Bundesliga. Im Pokal hätten wir unter den Spitzenmannschaften in der Vorschlussrunde (Bayern, Wolfsburg, Dortmund) vermutlich ohnehin nicht die geringste Chance gehabt. Dazu sind wir leistungsmäßig, in entscheidenden Momenten, einfach zu weit entfernt. Diese ernüchternde Erkenntnis müssen wir akzeptieren.

Für mich sind wir auch am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Dortmund nur Außenseiter. Ich glaube, ich bin da etwas realistischer als so mancher Funktionär bei uns in der Vereinsführung. Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat unser Team in dieser Saison bislang Außergewöhnliches geleistet. Es wäre großartig für uns alle, wenn unsere Jungs das noch viel größere Ziel am Ende realisieren könnten. Aber wir sollten nicht enttäuscht sein, wenn es am Ende nicht klappt und es “nur” die Europa League wird. Das hat der heutige Tag noch einmal nachdrücklich in Erinnerung gerufen.

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