Bitte noch ein letztes Aufbäumen!

von Thorsten Cöhring am 13. Dezember 2015

Wer sich die gesamte Bandbreite der Leistungs-Klaviatur ansehen möchte, auf der Borussia Mönchengladbach dieser Tage zu spielen im Stande ist, der sollte sich die drei Spiele zwischen dem 5. und 12. Dezember 2015 anschauen. Von Weltklasse bis Kreisklasse alles dabei. Möglicherweise würde es unserer Mannschaft schon helfen, wenn man sie nach ein paar guten Spielen hintereinander nicht ständig als “Spitzenmannschaft” bezeichnen würde. Bei Borussia Mönchengladbach sind Erfolge kein Resultat von Automatismen, induziert durch herausragende individuelle Qualität. Erfolge sind bei uns das Ergebnis harter Arbeit, mental und körperlich. In jedem einzelnen Spiel aufs Neue.

Was nach der zweiten Halbzeit in Manchester zu befürchten war, wurde gestern in Leverkusen Realität: Die erste Niederlage unter Andre Schubert nach zehn ungeschlagenen Bundesligaspielen. Dass es gleich eine 0:5 (0:1)-Klatsche werden würde, hatte ich allerdings nicht erwartet. Wieder fiel unser Team ab einem Zeitpunkt X wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Am Dienstag waren es drei Gegentore in fünf Minuten, gestern waren es vier Gegentore in 13 Minuten. Auf weitere Einzelheiten dieses Spiels (Torschützen: Kießling 2, Hernandez 3) einzugehen, lohnt sich nicht.

Gründe für die Niederlage zu finden, ist nicht sonderlich schwierig. Nach dem desaströsen Saisonstart und dem unglaublichen Verletzungspech (gestern fiel auch noch Johnson aus) pfeift unsere Borussia, kurz vor dem Hinrundenende und nach dem strapaziösen Parforce-Ritt in die oberen Tabellenregionen, aus dem allerletzten Loch. Irgendwie hat man das Gefühl: Das Spiel gegen Bayern und die erste Halbzeit in Manchester waren ein allerletztes Aufbäumen gegen die schleichend Besitz ergreifende Müdigkeit.

Es sind nur noch zwei Spiele bis zur fünfwöchigen Winterpause. Es würde mich nach den jüngsten Eindrücken nicht wundern, wenn wir keines mehr gewinnen, obwohl die Gegner im Borussia-Park “nur” Werder Bremen (Pokal) und Darmstadt 98 heißen. Besonders bitter wäre ein Ausscheiden im DFB-Pokal, dem einzigen Wettbewerb, in dem es für uns zumindest eine kleine Titelchance gibt.

Also, Jungs, meine inständige Bitte: Ihr habt selbst schon in den vergangenen Jahren oft genug die Erfahrung gemacht, dass der pure Siegeswille Berge versetzen kann. Zum Beispiel, als es im Frühjahr um die Champions League Quali ging. Und gestern hat euch die kriselnde Leverkusener Mannschaft gezeigt, was es heißt, ein Match um jeden Preis gewinnen zu wollen. Nehmt euch daran ein Beispiel, dann kann es am Dienstag noch einmal gelingen!

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