Mit Tor-Kür zum Pflichtsieg

von Thorsten Cöhring am 4. April 2016

Fünf Siege und 18:1 Tore aus den jüngsten fünf Heimspielen. Gestern ein 5:0 (1:0) über Hertha BSC, eine Mannschaft, die immerhin aktuell einen Champions-League-Rang belegt. Ein Grund, wunschlos glücklich zu sein? Nicht ganz. Ich wünsche mir Auswärtssiege. Am besten fangen wir am Samstag in Ingolstadt damit an.

Um ehrlich zu sein: Herausragend gut gespielt hat Borussia in der ersten Stunde gegen Berlin nicht. Eher unterkühlt und berechnend – was natürlich auch eine Qualität ist. Hertha hatte praktisch keine ernsthafte Torchance. Eigentlich war es ein typisches 1:0-Spiel, wie vor ein paar Wochen gegen Köln. Wenn, ja wenn nicht die Berliner Mannschaft nach dem 2:0 in sich zusammengebrochen wäre wie ein Kartenhaus. Seit 2014 nenne ich das immer den “Brasilien-Effekt”. Du brauchst am Ende nur noch die Dinger reinmachen, Gegenwehr gibt es keine mehr.

Es ist höchst erfreulich, dass meine Mannschaft in solchen Spielen ihr Torkonto aufstockt und allen Fans einen veritablen Feiertag verschafft. Aber ich würde mir wünschen, dass wir uns das eine oder andere Tor aufgehoben hätten für enge Spiele, in denen wir mal unbedingt einen “Punch” brauchen. Da hapert es nämlich in dieser Saison gewaltig, vor allem auf fremden Plätzen.

Aber ich will nicht rumnörgeln. In Abwesenheit des verletzten Raffael drehte Thorgan Hazard mit zwei Treffern (14. und 80.), einer Vorbereitung und einer spielerisch überzeugenden Leistung so richtig auf. Mo Dahoud sammelte seine Assists Nr. 7 und 8 in dieser Saison. Andre Hahn beendete seine lange Leidenszeit mit einem schön Tor zum 2:0 (60.), gleiches gilt für Patrick Herrmann mit seinem Treffer zum 3:0 (76.). Und am Ende eines solchen Tages landen plötzlich auch schlitzohrige “Kullerbälle” wie der von Traore zum 5:0 (85.) im Netz.

Keine Frage: Es war ein Pflichtsieg. Um in die Europa League einzuziehen, müssen wir die Heimspiele gewinnen. Sollte unsere Mannschaft Ambitionen auf die Champions League haben, dann muss sie die beiden kommenden Auswärtsspiele in Ingolstadt und Hannover gewinnen. Ohne Wenn und Aber. Wie wär’s mal mit schlecht spielen und gewinnen statt gut spielen und verlieren?

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