Kaum beachtetes Zwischenspiel

von Thorsten Cöhring am 21. August 2016

Es ist schon ein etwas seltsames Gefühl, zwischen zwei eminent wichtigen Spielen um den Einzug in die Champions League ein DFB-Pokalspiel bei der Spielvereinigung Drochtersen/Assel absolvieren zu müssen.

Um ehrlich zu sein: Ich hatte vor der Begegnung beim Nord-Regionalligisten überhaupt keine emotionale Beziehung zu diesem Spiel. Von mir aus hätten wir auch unsere U23 dorthin schicken können. Ich habe mir das Match bei Sky angesehen und hatte ständig nur einen Gedanken: “Hoffentlich verletzt sich keiner unserer Stammspieler.” Glücklicherweise war das der Fall.

Die Fohlenelf machte in diesen 90 Minuten beim Viertligisten über weite Strecken den Eindruck, als sei sie mental nicht sehr weit von mir entfernt. Zur Halbzeit hätte es mich nicht überrascht, wenn das Spiel letztendlich torlos ins Elfmeterschießen gegangen wäre. Drochtersen verteidigte geschickt und nahezu fehlerlos. Und unser gewohnt gemächliches Auswärtstempo war nicht dazu angetan, den Gastgeber vor größere Probleme zu stellen.

Bis zur 55. Minute. Dann hatte Kramer einen Geistesblitz und seine Flanke spitzelte der von hinten heransprintende Korb mit der Fußspitze aus kurzer Distanz über die Linie. 1:0, der Siegtreffer. Danach noch 35 elendig lange Minuten bis zum Abpfiff. Kein Spiel für die Geschichtsbücher. Egal, eine Runde weiter. Nur das zählt.

Am Mittwoch geht’s ins Rückspiel der Champions-League-Playoffs gegen Young Boys Bern. Wir führen 3:1. Man sollte den Gegner nicht stärker reden als er ist. Wenn wir Bern nicht ausschalten, dann haben wir in der Champions League auch nichts zu suchen. Gar nichts. Aber trotzdem braucht unsere Mannschaft höchste Konzentration und höchsten Respekt, damit es kein böses Erwachen gibt.

Im Herbst letzten Jahres habe ich geschrieben: “Champions League macht süchtig.” Ja, es wäre berauschend, wenn es zum zweiten Mal hintereinander klappen würde. Also Jungs: Tut es einfach! Für euch selbst, für den Verein – und für alle Fans.