Blinkende Fragezeichen

von Thorsten Cöhring am 12. September 2016

Es ist schwierig, einen Blog-Beitrag zu schreiben, wenn man vor seinem geistigen Auge ständig blinkende Fragezeichen sieht. Was war das am Wochenende beim SC Freiburg?

War es ein einmaliger Ausrutscher (“schlechter Tag”)? Diese Theorie vertraten die meisten Protagonisten nach dem Spiel. Oder war es die Wiederaufnahme des gewohnten Auswärtsmusters aus der vergangenen Saison? Nicht auszuschließen. Oder lag es am Gegner? Gegen defensiv gut organisierte Mannschaften, die zudem sehr laufstark sind und aggressiv in die Zweikämpfe gehen, tun wir uns immer sehr schwer. Freiburg und Ingolstadt sind dafür die Paradebeispiele. Oder waren unsere Spieler in Gedanken schon beim Champions-League-Spiel morgen in Manchester? An so viel Naivität mag ich nicht glauben. Oder sind wir einfach nicht gut genug, um solche Spiele zu gewinnen? Die Frage muss erlaubt sein in Zeiten, in denen manche zur Selbstüberschätzung neigen.

Wo auch immer die Ursachen zu suchen sind: Der Auftritt am Samstag im Breisgau war in jeder Beziehung indiskutabel. Einziges Highlight war das Führungstor durch Thorgan Hazard (35.), aber am Ende verlor Borussia völlig verdient 1:3 durch Tore von Philipp (54., 85.) und ein Elfmetertor von Petersen (88.). Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ballbesitz (65%) gewinnt keine Spiele.

Ein Wort zu Mo Dahoud: Wenn er nicht mehr gut genug für die Startelf ist, dann verstehe ich nicht, weshalb wir ihn nicht längst abgegeben haben. Unseren spielstärksten Mittelfeldspieler permanent auf die Bank zu setzen – das erzeugt ein weiteres blinkendes Fragezeichen.

Morgen geht es also zu Manchester City. Dort sind wir krasser Außenseiter. Am Samstag aber steht unser Team wieder richtig unter Druck. Der Tabellenletzte Werder Bremen kommt in den Borussia-Park. Ein Sieg ist Pflicht. Ohne Wenn und Aber. Sonst könnte uns wieder das drohen, was wir vor Jahresfrist erlebten: Ein stürmischer und rundum ungemütlicher Einstieg in den Herbst.