Zwischen Freude und Erschütterung

von Thorsten Cöhring am 28. August 2017

Ein 2:2 beim FC Augsburg ist kein schlechtes Ergebnis. Schließlich haben wir gegen den FCA in den vergangenen Jahren immer schlecht ausgesehen, so dass sich die Fuggerstädter das Prädikat “Angstgegner” redlich verdient haben. Gleichwohl lässt einen auch dieses zweite Saisonspiel ziemlich ratlos zurück.

Borussia spielte eine gute erste Halbzeit. Abgesehen von der ersten Spielminute, denn bereits nach gut 30 Sekunden lagen wir durch Finnbogason 0:1 hinten. Doch die Fohlenelf schüttelte sich nur kurz und zeigte Charakter. Eine sehenswerte Einzelleistung von Zakaria führte rasch zum 1:1. Der junge Schweizer überspurtete mit einem mächtigen Antritt das gesamte Augsburger Mittelfeld und nach feinem Doppelpass mit Stindl schob er allein vor Keeper Hitz überlegt zum Ausgleich ein (7.). Die 2:1-Führung entsprang einem Geistesblitz von Raffael, der Herrmann prächtig in Szene setzte; dessen von Hitz zu kurz abgewehrten Schuss verwandelte Wendt per Kopf (30.). Drei Minuten vor der Pause traf Hazard nach schönem Solo leider nur den Innenpfosten.

So weit, so gut. Der Auftritt in den 45 Minuten nährte die Hoffnung auf den ersten Bundesligasieg in Augsburg.

Doch dann kam alles ganz anders.

In der zweiten Halbzeit spielte Borussia einfach nicht mehr mit. Ängstlich, mutlos und ohne jedes Selbstvertrauen verkrochen sich unsere Spieler in der eigenen Spielhälfte. Das sah teilweise aus wie das bewegungslose Kaninchen, das jeden Moment von der Schlange verschlungen wird. Aus unerfindlichen Gründen schafften wir es bis in die 89. Minute, ehe den Gastgebern durch Cordova das mehr als verdiente 2:2 gelang.

Jetzt mal ganz ehrlich: Wenn dieses Spiel 2:6 verloren gegangen wäre, hätte sich niemand darüber beklagen können. Teilweise war das echt erschütternd, was sich da in der zweiten Dreiviertelstunde auf dem Rasen abspielte. Von einer Mannschaft wie Augsburg, nicht etwa Barcelona oder Real, derart an die Wand gespielt zu werden, das musst du erst einmal verdauen. Vielleicht versteht jetzt der eine oder andere, weshalb ich mir seit Wochen große Sorgen um den Klassenerhalt mache.

Vor der ersten Länderspielpause haben wir 4 Punkte auf dem Konto. Aber das Grummeln in der Magengegend bleibt.

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