Die große Flatter

von Thorsten Cöhring am 19. November 2017

Es gibt Spiele, die regen dich nicht nur auf. Viel schlimmer, sie rauben dir nahezu den Verstand. Zu dieser Kategorie gehörte unser gestriges Auswärtsspiel in Berlin.

Dabei war das nach 20 Minuten Spielzeit beim besten Willen nicht zu erwarten. 5. Minute: Eine feine Einzelleistung von Zakaria vollendet Stindl zum 0:1. 14. Minute: Schiri Dankert entscheidet nach Videobeweis auf Handelfmeter, Hazard vollstreckt zum 0:2. 20. Minute: Raffael semmelt die Kugel aus 30 Metern zum 0:3 in den Winkel.

Und du fragst dich einigermaßen fassungslos: Wow, was wird das denn heute?

Diese Frage beantwortete Borussia Mönchengladbach auf die ihr eigene Art: Sie stellte von diesem Moment an das Fußballspielen komplett ein. Es spielte nur noch Hertha BSC. Ibisevic verkürzte auf 1:3 (28.), Sommer lenkte einen Ibisevic-Kopfball an die Latte (39.), Ibisevic traf mit einem Kopfball den Pfosten (40.). Und spätestens nach dem 2:3 durch Weiser (71.) machte sich bei mir das äußerst unschöne Gefühl breit, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen würden. Glücklicherweise hatte der eingewechselte Herrmann dann noch einen Geistesblitz und spielte Raffael frei, der zum 2:4-Endstand vollendete (77.).

Der komplette Wahnsinn in drei Akten.

Jungs, nur mal so für’s Protokoll: Ich bin zu alt für so was!

Wie dem auch sei, 21 Punkte aus 12 Spielen sind eine höchst erfreuliche Ausbeute. Und jetzt kommt ein ganz einfaches Spiel. Einfach deshalb, weil gegen Bayern München niemand etwas erwartet. Eine Niederlage ist normal. Alle im Umfeld sollten nur nicht wieder den üblichen Fehler machen und unsere Mannschaft an ihrem aktuellen Tabellenplatz messen. Nach dem München-Spiel müssen wir zu den wiedererstarkten Wolfsburgern und anschließend kommt Schalke. Danach kann die Fohlenwelt schon wieder ganz anders aussehen.

Also, immer hübsch bescheiden bleiben… 🙂

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