Houston, wir haben ein Problem!

von Thorsten Cöhring am 19. Februar 2018

Da ich die Fohlenelf nach ihrem leblosen Auftritt in Stuttgart scharf kritisiert habe, ist es heute an der Zeit, ihr ein Lob auszusprechen. Gegen Dortmund bot Borussia die beste Heimleistung der Saison. Vor allem in der zweiten Halbzeit spielten wir die Nummer zwei des deutschen Fußballs förmlich an die Wand.

Kämpferisch, läuferisch und in puncto Einstellung war das “top”, spielerisch bewegten wir uns am oberen Limit dessen, was wir leisten können. Die Variante mit Bobadilla als “Neuner” gefiel mir gut, er sorgte für reichlich Betrieb im Dortmunder Strafraum. Wir gaben 28 Torschüsse ab, etwa ein Dutzend davon waren 100-prozentige Torgelegenheiten.

Fußballherz, was willst du mehr?

Tja, was will ich mehr… Ein paar Törchen wären nicht schlecht gewesen. Wir hatten ungefähr so viele Torchancen wie vor fast genau 40 Jahren, am 29. April 1978. Aber leider haben wir keinen Jupp Heynckes mehr im Sturmzentrum.

Trotz unserer unfassbaren Überlegenheit, vor allem in der zweiten Halbzeit, haben wir das Spiel 0:1 verloren. Die vierte “zu Null”-Niederlage hintereinander: 0:2, 0:1, 0:1, 0:1. Es wäre naiv und geradezu kindlich, dies als “Pech” abzutun. Nein, wir sind aktuell die abschlussschwächste Mannschaft der Bundesliga. Keinerlei “Killer-Instinkt”. Und momentan deutet nichts darauf hin, dass sich daran so bald etwas ändern wird.

Houston, wir haben ein Problem!

Noch bin ich sicher, dass wir die fehlenden sechs bis sieben Punkte zum Klassenerhalt in den verbleibenden elf Partien holen werden. Aber ich muss zugeben: meine Anspannung steigt. Vielleicht bin ich aber auch nur geprägt von meinem Umfeld. Ich lebe bekanntlich mitten in “Effzehland” und weiß deshalb, welche Wucht und Dynamik eine Misserfolgsserie entwickeln kann.

P.S.
Hatte ich nicht vor einigen Wochen mal im “Fohlenecho” gelesen, dass wir jetzt den besten Rasen der Welt gekauft haben? Nun, irgendetwas scheint da schiefgelaufen zu sein.