Jenseits von Gut und Böse

von Thorsten Cöhring am 2. April 2018

Nach dem 0:0 bei Mainz 05 gibt es aus Sicht von Borussia Mönchengladbach eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Nach unten brennt nichts mehr an, der Klassenerhalt ist sicher. Die schlechte: Nach oben, sprich: Europapokalplätze, ist der Zug abgefahren. Sechs Spieltage vor Saisonende ist die Fohlenelf im Niemandsland jenseits von Gut und Böse angekommen.

Mit 37 Punkten steigst du in dieser Saison nicht ab. Unvorstellbar, dass beide Relegations-Anwärter, Wolfsburg und Mainz, noch jeweils 11 der verbleibenden 18 Punkte holen werden. Das ist schon mal Balsam für die gestresste Fan-Seele.

Nach oben geht ebenfalls nichts mehr. Die Top-Sechs sind ohnehin weit weg und auch der Siebte, Hoffenheim, wird sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Diese Konstellation ist auch in Ordnung, denn die Teams über uns sind qualitativ alle deutlich besser als wir. Borussia ist nicht in der Lage, auf die mindestens 50 notwendigen Punkte zu kommen.

Die Hinrunde 2016/17 und die Rückrunde 2017/18 belegen eindrucksvoll, dass Borussia Mönchengladbach inzwischen im Kreis der potenziellen Abstiegskandidaten angekommen ist. Wahrscheinlich werden nach der Saison wieder die “Sand-in-die-Augen-Streuer” aktiv, die in der Verletzungsmisere eine willkommene Ausrede finden, um von den tatsächlichen Problemen abzulenken. Stattdessen werden sich alle wieder behaglich in der maßlosen Selbstüberschätzung aalen.

Aber vielleicht unterschätze ich ja auch den Fußballsachverstand unserer Verantwortlichen und sie werden die Mannschaft für 2018/19 so verstärken, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden. Womit wir zum Abschluss, passend zu Ostern, bei den christlichen Grundwerten Glaube und Hoffnung angelangt wären: Ich glaube es nicht, aber ich hoffe es.

Frohe Ostern! 🙂

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