Alles prächtig und ein bewegender Moment

Mit Fußball ist das ja so eine Sache. Kaum eine andere Nebensächlichkeit im Leben bringt deine Emotionen so in Wallung. Gestern Abend arbeitete mein Puls schon auf Hochtouren, obwohl das Spiel gegen den VfB Stuttgart noch gar nicht begonnen hatte. Der Grund dafür trug einen Namen: Allan Simonsen. Neben Jupp Heynckes der große Held meiner Jugend.

Wie lange hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Als oben auf den Bildschirmen im Borussia-Park seine größten Tore und Momente im Borussia-Trikot flimmerten, musste ich ein paar Tränchen verdrücken. Ein bewegender Moment. Vier Jahrzehnte sind seitdem vergangen. Aber es fühlte sich an, als sei es gestern gewesen. Mann, Mann, Mann… Dieser Fußball ist wirklich schrecklich. Schrecklich schön.

Und das alles, weil Allan seinen “Goldenen Ball”, den er als Europas Fußballer des Jahres 1977 erhalten hatte, für das Fohlenelf-Museum spendete. Unter tosendem Applaus des Publikums, obwohl schätzungsweise mindestens die Hälfte ihn nie hat spielen gesehen. Aber Fußball braucht eben auch Legenden. Und Allan Simonsen ist Borussia-Legende. Sein Name ist untrennbar mit den großen 70er Jahren verknüpft.

So, das reicht, bevor ich jetzt komplett in meiner Sentimentalität versinke… 😉

Es wurde gestern auch Fußball gespielte. Zwar nicht besonders gut, aber immerhin sehr erfolgreich. Just in dem Moment, als sich die Tribünen-Combo nach gut einer Stunde darauf geeinigt hatte, dass ein “dreckiger 1:0-Sieg” auch ganz schön wäre, machte Borussia innerhalb einer Viertelstunde kurzen Prozess mit den Schwaben. Hecking wechselte Raffael und Neuhaus ein und die beiden entschieden das Spiel. Raffael köpfte eine Neuhaus-Flanke zum 1:0 ein (69.), Neuhaus machte nach Zuspiel von Hazard sein erstes Bundesligator zum 2:0 (77.) und schließlich lenkte Stuttgarts Pavard eine Hereingabe von Stindl zum 3:0 ins eigene Netz (84.).

Geschenkt, dass das gewohnte Schnittstellenspiel, ohne Hofmann und Neuhaus, eine Stunde lang überhaupt nicht klappte, weil Zakaria mit seiner Rolle als “Achter” fremdelte und Traore zu selten seine Stärke, die 1:1-Situationen, einbrachte. Deshalb hing auch Pléa über weite Strecken als Spitze komplett in der Luft. Erfreulich dagegen, dass Stindl klar aufsteigende Form zeigte.

Siebter Heimsieg im siebten Heimspiel – prächtig! Zweiter Tabellenplatz nach 14 Spieltagen – prächtig! 29 Punkte nach 14 Spielen – prächtig!

Und da ich mich an der kindischen “Spitzenmannschaft”-Debatte nicht beteilige, ist für mich ein anderer Fakt relevant: Wir haben sieben Punkte Vorsprung auf Platz 7 und sechs Punkte Vorsprung auf Platz 5. Deshalb kommt dem nächsten Auswärtsspiel in Hoffenheim (7.) eine große Bedeutung zu. Es wäre klasse, wenn wir es schaffen könnten, dort nicht zu verlieren.

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