Etwas weniger Popstar-Kult

Jeder Verein hat so seine Stars. Bayern hat Kimmich, Thiago und Lewandowski. Dortmund hat Hummels, Witsel und Reus. Bei Borussia Mönchengladbach ist das anders. Wir haben nur einen Star.

In der Vorberichterstattung zum Spiel in Mainz ging es nahezu ausschließlich um Trainer Marco Rose. Seine Spielidee, sein Verhalten, seine Haltung, seine Verbindung zu Jürgen Klopp und speziell sein Buddy-Verhältnis zum Mainzer Coach Sandro Schwarz. So langsam wird mir der Popstar-Kult um Marco Rose etwas zu viel.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Auch ich halte große Stücke auf ihn, sein Auftritt gestern Abend im Aktuellen Sportstudio war prima. Ich traue ihm zu, Borussia Mönchengladbach in die richtige Richtung weiter zu entwickeln.

Aber auch Rose kann nicht über Wasser laufen oder andere Wunder vollbringen. Er wird vielleicht eines Tages grandiose Erfolge feiern – wenn er bei einem Club gelandet ist, der ihm die passenden Spieler dazu zur Verfügung stellt. So wie Jürgen Klopp.

Bis dahin muss er mit den Spielern arbeiten, die er aktuell zur Verfügung hat. Um es bewusst pointiert zu sagen: Auch er kann aus Ackergäulen keine Rennpferde machen. Der Paradigmenwechsel beim VfL 1900 wird lange dauern.

Von daher sind kurzfristige Erfolge enorm wertvoll. Wenn du die Spiele gewinnst, die du gewinnen kannst, dann nimmt das erheblich Druck aus dem Kessel. So wie gestern der 3:1-Erfolg in Mainz, der keineswegs exzellent herausgespielt war, sondern Ergebnis einiger glücklicher Umstände. Denn im Offensiv- bzw. Umschaltspiel klappt bei Borussia immer noch nicht wirklich viel.

Positiv war erneut das Spiel gegen den Ball und wie die Mannschaft das Mainzer 1:0 durch Quaison (18.) wegsteckte. Nach drei Abprallern landete der Ball auf dem Fuß von Lainer, der entschlossen zum 1:1 vollendete (31.). Nach der Pause brachte uns ein Torwartfehler von Müller, der einen recht harmlos aussehenden Freistoß von Plea durch die Hände gleiten ließ, auf die Siegerstraße (77.). Und ein sehenswerter Konter führte kurz darauf zum entscheidenden 1:3 durch den eingewechselten Embolo (79.).

Am Freitag gegen Leipzig ist nicht unbedingt von einem Sieg auszugehen, danach folgt die erste Länderspielpause der Saison, bevor es zum Derby nach Köln geht.

Ich bin immer noch gespannt wie ein Flitzebogen, ob wir ohne Absturz durch diese erste, so wichtige, Aufbauphase kommen.

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