Sicher auf der Erde gelandet

Am Sonntag, 15. Dezember 2019, um 17.25 Uhr erreichte der erwartete Anruf das Kontrollzentrum Niederrhein: “Raumschiff Borussia sicher auf der Erde gelandet!” Irgendwo in der Pampa zwischen Braunschweig und Magdeburg. Bereits am Donnerstag hatte es erste Hinweise darauf gegeben, dass die schwarz-weiß-grüne Antriebsrakete ins Stottern geraten war. Unseren Platz im Orbit hat jetzt die Brause-Betriebssportgruppe aus Leipzig übernommen.

Jenseits aller Selbstironie: Es war zu erwarten, dass es an diesem Wochenende so weit sein würde. Erstens haben wir seit gefühlten 345 Jahren nicht mehr in Wolfsburg gewonnen, zweitens fehlt es uns an Klasse und Durchschlagskraft, um auf Dauer den Bundesliga-Primus zu geben, und drittens ballert der Retorten-Club aus Sachsen derzeit alles kurz und klein – national und international.

Es ist bald Weihnachten – und das ist gut so. Für die beiden restlichen Spiele des Jahres gegen Paderborn und in Berlin sehe ich schwarz. Zu blutleer und willenlos waren die jüngsten Auftritte der Fohlenelf gegen Basaksehir und gestern in Wolfsburg, die wir beide in der letzten Minute 1:2 verloren.

Aber ich will nicht meckern. Wenn mir einer im Sommer gesagt hätte, wir beenden die Hinrunde mit 31 Punkten, hätte ich das vor unserer Umbruchsaison sofort mit Kusshand unterschrieben. Alles andere, von wegen: “höhere Ziele”, sind nichts weiter als Hirngespinste. Phantasien, die mit der Realität nichts zu tun haben.