Verdient und folgerichtig

Jeder Sportler weiß: Es ist nicht außergewöhnlich, dass auf ein extremes emotionales Highlight (in diesem Fall der 2:1-Sieg über Bayern München) oft unmittelbar ein ebenso extremes emotionales Lowlight folgt (in diesem Fall die 1:2-Niederlage gegen Basaksehir in der Europa League). Die Frage ist: Wie gehe ich als Sportler mit solch einer Situation um? Wie stabil ist meine Psyche, um das zu verarbeiten und die richtigen Schlüsse zu ziehen?

Aus diesem Blickwinkel sind die drei letzten Bundesligaspiele in diesem Jahr tatsächlich noch einmal hochgradig spannend geworden, obwohl wir mit 31 Punkten unser Soll, jedenfalls nach meiner Rechnung, schon deutlich erfüllt haben. Folgt nach dem Aus im Europapokal und im DFB-Pokal jetzt der Einbruch in der Bundesliga, den viele Experten schon seit langem erwarten? Aus dem Spiel in Wolfsburg am Sonntag werden wir vermutlich noch keine Schlüsse ziehen können, denn dort verlieren wir bekanntlich so gut wie immer. Die Nagelprobe wird das Heimspiel gegen Paderborn am Mittwoch. Ich bin gespannt, wie sich die Dinge entwickeln.

Ein abschließendes Wort zur Europa League.

Beginnend mit dem gespenstischen 0:4 gegen Wolfsberg hat meine Mannschaft in dieser Saison mehrfach eindrucksvoll bewiesen, dass sie überhaupt keinen Bock auf die Europa League hat. Wir haben uns, in der wirklich alles andere als schwierigen Gruppe, mit mehr Glück als Verstand in der Nachspielzeit einige Punkte zusammengestochert. Das war’s aber auch schon. Die Fohlenelf erweckte nicht in einer Sekunde den Eindruck, als hätte sie auf internationaler Ebene auch nur den geringsten sportlichen Ehrgeiz. Das enttäuschende Ausscheiden nach der Vorrunde war somit verdient und folgerichtig. Außer vollmundigen Ankündigungen, denen keine Leistungen folgten, war da leider gar nichts. Wir können uns jetzt ganz auf die Bundesliga konzentrieren. Und das hat sicherlich auch seine Vorteile.

Hoffe ich jedenfalls…