Geballte Kopflosigkeit

Zitat unseres Managers Max Eberl bei “Liga total” laut Spielbericht auf welt.de: “Momentan ist es so: Wir kriegen ein Tor und werden dann ein Stück weit sorglos und kopflos. Wir machen einfach zu dumme Fehler! Wir sind zu kopflos, gerade im Spiel nach vorne: Es steht 0:3 und wir versuchen weiter nach vorne zu spielen. Irgendwann muss man auch mal merken: Ich möchte jetzt nicht abgeschlachtet werden! Das ist nicht in den Köpfen drin.”

Also eines steht fest: In Sachen Kopflosigkeit braucht sich unser Manager hinter der Mannschaft nicht zu verstecken. Habe ich das richtig verstanden: Das größte Problem ist, dass die Mannschaft nicht in der Lage ist, Niederlagen in erträglichen Grenzen zu halten?

Ich glaube, ich bin im falschen Film. Wir haben verdammt viele Probleme. Aber auf dieses bin ich noch gar nicht gekommen.

Wie weit ist es gekommen?

Wie weit ist es eigentlich gekommen mit einem Fan, der nach einem 0:5 seiner Mannschaft in Dortmund und nach einem 0:4 seiner Mannschaft in Bremen zu seinem Kumpel sagt “Das Ergebnis ist okay” – weil er insgeheim darüber erleichtert ist, nicht zweistellig verloren zu haben?

Habe ich eigentlich 18 Monate im Koma gelegen? Wir machen exakt dort weiter, wo wir Ende 2010 aufgehört haben, als wir den hübschen Spitznamen “Die Schießbude der Liga” trugen.

Meine Hoffnung ist: Das alles ist bestimmt nicht real. Das alles ist von Regisseur David Lynch so geplant.

Ich glaube an “Matrix”.

Fünf Borussen zur U21-EM

Mit Tony Jantschke, Peniel Mlapa und Patrick Herrmann (Deutschland) sowie Luuk de Jong (Niederlande) und Havard Nordtveit (Norwegen) haben sich fünf Borussia-Nachwuchsspieler ihre Fahrkarte zur U21-Europameisterschafts-Endrunde vom 5. bis 18. Juni 2013 in Israel gesichert. Marc-Andre ter Stegen ist nur deshalb nicht dabei, weil er bei der A-Nationalmannschaft auf der Ersatzbank sitzen muss.

Quelle: Borussia News

Borussia Python

Es kann kein Zufall sein, dass mich Borussia Mönchengladbach im Herbst 2012 ständig an Monty Python erinnert. Slapstick at its best. Die Viertelstunde zwischen der 30. und 45. Minute gegen Fenerbahce war die ulkigste Fußball-Groteske, die ich je gesehen habe. Bei jeder anderen Mannschaft könnte ich mich darüber kaputtlachen.

Der folgenden Analyse von Christian Spoo, vor der nächsten Klatsche morgen gegen Frankfurt (ich schätze, irgendwo zwischen 0:3 und 1:5), gibt es kaum etwas hinzuzufügen:

Seitenwahl.de: Nach der Pleite ist vor der Pleite

Verbrannte Millionen

Nachdem ich unsere Mannschaft jetzt in 10 Pflichtspielen gesehen habe, steht eines für mich bereits mit Gewissheit fest: Borussia hat ihre historische Chance vertan!

Millionen und Abermillionen Euro wurden für unterdurchschnittliche Spieler verbrannt. Warum?

  1. Dominguez ist, wie Brouwers, ein solider, unauffälliger Abwehrarbeiter – aber bestimmt kein Leader-Typ wie Dante. Wir hätten einen Großteil unserer Transfer-Millionen in einen Abwehr-Organisator von Format stecken müssen. Warum wusste das keiner? Wurde Dominguez nicht ausreichend beobachtet und analysiert?
  2. Es fehlt ein adäquater Partner für Nordveidt als “Staubsauger” im defensiven Mittelfeld. Ich hatte mir erhofft, dass Xhaka diese Rolle spielen kann, aber ihm fehlt die Grundschnelligkeit für die Bundesliga. Warum wusste das keiner? Wurde Xhaka nicht ausreichend beobachtet und analysiert?
  3. Was wir ganz bestimmt nicht gebraucht haben, war ein dritter “klassischer” Mittelstürmer neben Hanke und de Camargo. Warum wusste das keiner? Wurde de Jong nicht ausreichend beobachtet und analysiert?
  4. Was wir dringend gebraucht hätten, ist ein zentraler offensiver Mittelfeldspieler mit strategischen Fähigkeiten. Und Ideen. So einer wie Huszti, Shaqiri oder van der Vaart. Warum weiß ich das, aber keiner unserer hochbezahlten Manager?
  5. Für Lucien Favre, der unbestritten seine Verdienste um unseren Verein hat, war das Kapitel Borussia Mönchengladbach offenbar an dem Tag beendet, als Marco Reus seinen Abschied Richtung Dortmund verkündete. Seitdem arbeitet der Schweizer nicht mehr an der Abstimmung und der Grundordnung der Mannschaft, sondern beschränkt sich darauf, seine Spieler permament öffentlich in die Pfanne zu hauen. Das ist nicht wirklich zielführend.
Es wird Zeit für Veränderungen. Die Zeit von Lucien Favre ist abgelaufen. Es wird Zeit für Amin Younes. Oder Lukas Rupp.Die historische Chance, den Kader auf Jahre hinaus zu stärken, ist vertan. Jetzt gilt es, den drohenden Abstieg zu verhindern. Das wird schwer genug.

Rätsel über Rätsel

Lucien Favre ist neuerdings ein Schengener. Die Grenze in seinem Kopf hat sich endgültig aufgelöst. Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn. Anstatt wie jeder andere rotierende Trainer möglicherweise ein paar Stammspieler zur Schonung auf die Bank zu setzen, lässt er zum Auftakt der Europapokal-Saison mit Kapitän Daems, Arango und de Jong drei seiner besten Spieler ZU HAUSE.

Warum tut er das? Diese Frage ließ mich gestern Abend nicht einschlafen und nach dem Aufwachen heute Morgen hatte ich immer noch keine Antwort. Manchmal lässt mich mein Verein echt ratlos zurück.

Wir waren nicht gut genug

Fazit nach dem Scheitern in der Champions-League-Qualifikation gegen Kiew:

  1. Wir sind nicht “ausgeschieden”.
  2. Die Mannschaft war nicht gut genug, um die “Jahrhundertchance” Champions League für den Verein und seine Fans zu realisieren. Zumindest zu meinen Lebzeiten wird es eine zweite Chance nach menschlichem Ermessen nicht geben.
  3. In der Europa League zu spielen ist kein Misserfolg. Denn vor 18 Monaten haben wir an Aue oder Paderborn gedacht und nicht an Inter Mailand oder FC Liverpool.
  4. Unsere Zukunft heißt nicht de Jong und Xhaka. Unsere Zukunft heißt Hrgota.
  5. Es wird schwierig, in dieser Saison dem Abstiegsstrudel zu entgehen. Mut macht mir gegenwärtig unsere immer noch recht stabile Abwehr.
  6. Zu den Verlierern dieses Abends zählen neben unserem Trainer (Riesenprämie futsch) eigentlich nur der FC Twente und der FC Basel (kein erfolgsabhängiger Transfer-Zuschlag).

Wunder?

Ich bin für ein gesetzliches Verbot des Begriffs “Das Wunder von Kiew”. Ich kann diesen Unsinn nicht mehr hören. Heute um 22.30 Uhr hört dieser Mist endlich auf und wir spielen dort, wo wir auch hingehören – nämlich in der Europa League!

Denn die eigentlichen Wunder sind ganz andere. Nämlich “Das Wunder des Nichtabstiegs” vor 15 Monaten und “Das Wunder der Europacup-Quali” vor 3 Monaten.