Als ich den Dreckssieg lieben lernte

Mein letzter Beitrag im fohlenblog liegt schon etwas länger zurück. Grund ist ein gesundheitlicher Tiefschlag, der mich Ende Januar für einige Wochen außer Gefecht setzte. Aber inzwischen bin ich wieder auf dem aufsteigenden Ast. Viele haben mich in dieser Zeit tatkräftig unterstützt. Nur meine große Liebe Borussia weigerte sich hartnäckig, zu meiner Rekonvaleszenz auch nur das Geringste beizutragen. Bis gestern.

Nur ein Punkt aus vier Spielen, darunter drei Heimspiele mit 1:11 Toren – diese Bilanz ließ Champions-League-Träume dahinschmelzen lassen wie Butter in der Sonne. Ja, nach dem 20. Spieltag, mit 42 Punkten auf dem Konto, habe ich tatsächlich angefangen zu träumen. Von neuen stimmungsvollen Abenden gegen die Großen Europas.

Inzwischen träume ich nicht mehr. Ich nehme, was kommt. Und wenn am Ende Platz 7, 8 oder 9 kommt – so what? Das entspräche in etwa unserem Potenzial, nachdem die Fohlenelf in dieser Saison lange Zeit an der allerobersten Grenze ihres Leistungsvermögens gespielt hat. Wir haben nun mal nicht die ganz große fußballerische Power. Wir müssen andere Fähigkeiten in die Waagschale werfen.

So wie gestern beim 1:0-Erfolg in Mainz, durch Elvedis Tor in der 63. Minute. Da war er endlich wieder, der wunderbar dreckige Sieg nach einer bescheidenen Leistung, den ich in dieser Saison so intensiv lieben gelernt habe. Dieser wichtige Dreier hält uns noch alle Optionen offen.

Ob wir unseren kleinen Vorsprung auf Platz fünf tatsächlich bis ins Ziel retten können, wird sich in den vier noch ausstehenden Auswärtsspielen in Düsseldorf, Hannover, Stuttgart und Nürnberg entscheiden. Da bin ich ganz sicher. Zu Hause werden wir noch etliche Punkte abgeben.

Nach meiner Rechnung brauchst du für Platz vier in dieser Saison vergleichsweise viele Punkte, nämlich etwa 62 bis 63. Für Platz sechs etwa 56 bis 57. Das einfachste Restprogramm der aktuellen Top7 hat übrigens, aus meiner Sicht, Eintracht Frankfurt.

Ich bleibe dabei: Nochmal Champions League – das wäre fast zu schön, um wahr zu sein…

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