Bedrückende Gala

Das Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Leipzig gestern Abend war über weite Strecken ein erstklassiges und mitreißendes Fußballspiel. Dass Leipzig am Ende im Borussia-Park 1:3 gewann, war allerdings weder Zufall noch Glück.

Wer behauptet, der dreifache Leipziger Torschütze Werner (38., 47. und 94.) habe “den Unterschied gemacht”, der macht es sich definitiv zu einfach. Beide Mannschaften waren keineswegs gleichwertig. Leipzig war besser. Wer diesen Hochgeschwindigkeits-Kombinationsfußball sieht, dem wird schlagartig klar, dass Borussia Mönchengladbach in puncto Grundschnelligkeit weiterhin zu den schwächsten Mannschaften der Bundesliga zählt.

Hinzu kommt, dass die Leipziger Spieler mit ihrer individuellen Klasse jederzeit ein Spiel im Alleingang entscheiden können. Wenn nicht Werner, dann Forsberg oder Poulsen. Leipzig ist kein “Angstgegner”. Leipzig ist schlichtweg eine Nummer zu groß für uns. Dagegen hilft dir auch kein noch so großer Einsatz- und Siegeswille.

Borussia zeigte eine der besten Leistungen der vergangenen Jahre, war aber dennoch im Endeffekt chancenlos. Wir können solch ein Spiel vielleicht eine Zeit lang offen halten, aber wenn es “ans Eingemachte” geht, haben wir das Nachsehen. Ein Werner braucht nur eine halbe Chance, dann zappelt der Ball im Netz. Unsere Angreifer hingegen vergeben überhastet selbst klarste Gelegenheiten. Das ist einer der offensichtlichsten Qualitätsunterschiede.

Wenn wir zehn Zakarias und Embolos hätten, die beide gestern eine bärenstarke Vorstellung ablieferten, dann sähe die Sache sicherlich anders aus. Sein Tor zum 1:2-Anschlusstreffer (91.) hatte sich Embolo redlich verdient.

Der Abstand zu den finanzstarken Topclubs wächst von Jahr zu Jahr weiter an. Inzwischen ist bei mir selbst die blanke Hoffnung gewichen, ein Team wie Leipzig schlagen zu können. Von daher kann man diese Niederlage nur mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen. Ungleich wichtiger ist das kommende Match. Das Derby in Köln in zwei Wochen. Leider ist es so wie erwartet: Rose und die Mannschaft sind unter Druck. Und es gilt, was ich schon vor einer Woche schrieb: Du musst in dieser Phase diejenigen Spiele unbedingt gewinnen, die du gewinnen KANNST.

Erhebliche Bauchschmerzen bereitet mir übrigens unsere Heim-Misere. Seit dem überaus glücklichen 2:0 über Augsburg im Januar haben wir 2019 kein Heimspiel mehr gewonnen. Zehn Mal hintereinander sieglos (vier Unentschieden, sechs Niederlagen). Auch das ist, ich gebe es zu, sehr bedrückend.