Ruhe

Wir befinden uns im Jahre 2019 nach Christus. Ganz Bonn ist von den Effzehlern besetzt… Ganz Bonn? Nein! Ein von einem unbeugsamen Borussen bevölkertes Haus hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die effzehischen Legionäre.

Das Wochenende ist vorbei und es herrscht Ruhe im südlichen Effzehland. Offenbar gibt es in Sachen Derby keinen Gesprächsbedarf bei den gehörnten Legionären. Das ist gut so und es kann von mir aus so bleiben. Mir geht diese ganze Derby-Folklore zwar manchmal ziemlich auf die Nerven, aber Siege machen das Leben halt leichter. Im Fußball und auch im richtigen Leben…

Bis auf ein paar leise Nebengeräusche ist es zwischen den Fangruppen ruhig geblieben und wir haben in Müngersdorf 0:1 gewonnen. Obwohl es erfahrungsgemäß im Fußball nahezu unmöglich ist, ein Spiel zu gewinnen, in dem du nur mit einem Tor führst, weil du etwa ein halbes Dutzend 1000-prozentige Torchancen leichtfertig verdaddelt hast. So etwa ab der 80. Minute hätte ich jeden Betrag gewettet, dass wir noch den Ausgleich kassieren.

Plea (14.) erzielte früh das 0:1 und wir besaßen Chancen in Hülle und Fülle, um 2, 3 oder 4 Tore zu schießen. Aber nach wie vor besitzen wir nicht den „Killerinstinkt“, um ein solches Spiel frühzeitig zu entscheiden. Stattdessen fahren wir zwei Gänge zurück und warten geduldig auf den Ausgleich des Gegners. Dass es diesmal nicht dazu kam, verdanken wir einer Mischung aus Sommers Glanztaten, Glück und einer Portion Unvermögen der Kölner in der Schlussphase.

Aber es hat gereicht. Wie ich hier bereits vor drei Wochen schrieb: In der der Phase des umfassenden Umbruchs ist es lebensnotwendig, die Spiele zu gewinnen, die du gewinnen kannst. Unabhängig von der Derby-Rivalität ging es gegen Köln vor allem um drei Punkte, die wir unbedingt brauchten, um die Dinge in Ruhe und Gelassenheit weiter vorantreiben zu können.

Ich habe vollstes Vertrauen in Marco Rose, aber er kann nur vernünftig gestalten, wenn ihm der Erfolgsdruck im “Daily Business” die Möglichkeit dazu gibt. Von daher sind sieben Punkte aus den ersten vier Spielen schon mal nicht schlecht. Wenn wir jetzt noch gegen Düsseldorf nachlegen könnten, wäre ich meiner gröbsten Sorgen zunächst entledigt.

Mal sehen, wie es in der Europa League so läuft. Am Donnerstag fällt der Startschuss gegen Wolfsberg.

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